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Kultur

Die Dichtung eines grandiosen Untergangs

16.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die neunte und letzte Folge des „Nibelungenlieds“ wurde in der Buchhandlung Zimmermann vorgestellt

NÜRTINGEN (pm). Drei Aventiuren trennten die Zuhörer noch vom Ende des Nibelungenlieds. Alle Gestalten, die den Ablauf der Geschichte bestimmten, waren dann tot. Weil der Erzähler für keine seiner Figuren Partei ergreift, weil er nicht zwischen Gut und Böse unterscheidet, sondern die Menschen ausnahmslos unter ein unabhängig waltendes Schicksal gestellt sieht, ist es kein tragischer, sondern ein katastrophaler Untergang aller.

Dr. Horst Zimmermann setzte ein mit der 37. Aventiure. Sie ist die ergreifendste des ganzen Epos, obwohl sie eigentlich zwei Außenseiter ins Spiel bringt: den Markgrafen Rüedeger und Dieterich von Bern, den König, der am Hof Etzels Asyl genießt. Der Markgraf gerät in Konflikt mit dem Lehnseid, der ihn an König Etzel bindet, und dem persönlichen Eid, den er bei der Brautwerbung Kriemhild geschworen hat – ein tragischer, für ihn tödlicher Konflikt. Dietrich von Bern will den unseligen Kampf beenden, der ihn seine ganze Gefolgschaft kostet. Beide Gestalten sind nicht der Tradition heroischer Heldendichtung geschuldet, sondern vom Geist der Gegenwart um 1200 geprägt. Hier wird humanitäres Denken der Stauferzeit spürbar.


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