Blaulicht

Trickbetrüger am Telefon

30.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Frau aus Nürtingen wird Opfer einer Betrugsserie

NÜRTINGEN (lp). In letzter Zeit kommt es im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen wieder vermehrt zu Anrufen, in denen sich Telefonbetrüger als Polizeibeamte, andere Amtspersonen oder Angehörige ausgeben und versuchen, vorwiegend Senioren zur Übergabe von Bargeld und Schmuck zu bewegen.

Am Dienstag haben die Kriminellen so Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro erbeutet. Um die Mittagszeit meldete sich ein Anrufer telefonisch bei einer über 80-jährigen Frau aus Nürtingen. Der Mann behauptete, der Sachbearbeiter eines Verkehrsunfalls zu sein, in den auch der Enkel der Seniorin verwickelt wäre. In besonders perfider Weise wurde das Telefon daraufhin an den angeblichen Enkel weitergegeben. Dieser gaukelte sogar vor, der Unfall habe sich auf dem Weg zu der Seniorin ereignet. Die Frau wurde von beiden abwechselnd über längere Zeit gezielt unter Druck gesetzt. Sie forderten mehrere tausend Euro in bar, da der Unfallschaden noch am selben Tag beglichen werden müsse.

Die Nürtingerin ging schließlich auf die Forderung ein. Wie immer bei derartigen Straftaten holte der angebliche Enkel das Geld nicht persönlich ab. Stattdessen nahm am Nachmittag eine vorgebliche Bankangestellte das Geld von dem arglosen Opfer entgegen.

Ein ähnlicher Betrugsfall in Reutlingen ging am Mittwochmittag gerade noch glimpflich aus. Einer ebenfalls über 80 Jahre alten Frau wurde in einem Anruf eines angeblichen Polizeibeamten dieselbe frei erfundene Geschichte vom Autounfall eines Angehörigen aufgetischt. Im Hintergrund des Gesprächs war sogar das Weinen der vermeintlichen Tochter und Unfallbeteiligten zu hören. Auch in diesem Fall vertraute die Seniorin auf die Wahrheit der Geschichte und hob bei ihrer Bank mehrere tausend Euro Bargeld ab. Als die Frau wieder zu Hause war und ihre tatsächliche Tochter telefonisch erreichen konnte, flog der Betrugsversuch auf.

Die Polizei rät zur Vorsicht und gibt Tipps: Wer angerufen wird, sollte genau nachfragen, wenn sich ein unbekannter, angeblicher Angehöriger oder Bekannter meldet und von sich aus seinen Namen nicht nennt. Dann sollte man dem Anrufer auf keinen Fall einen Namen anbieten, den er dann nutzen kann. Vor einem weiteren Schritt sollte man sich die Telefonnummer des Anrufers geben lassen und seine Angaben mit Hilfe der Angehörigen überprüfen. Wer wirklich Hilfe braucht, wird Verständnis dafür haben.

Bei Verdacht auf einen Betrugsversuch sollten Betroffene und auch Bankangestellte sofort die Polizei einschalten.

Content der Polizeipräsidien, übermittelt durch news aktuell.

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