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Wie klang die Musik vor mehr als 800 Jahren?

18.12.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Spielleute hatten vor allem laute Instrumente – An den Königshöfen wurde aber auch Harfe gespielt

Menschen haben schon immer Musik gemacht. Die Instrumente aber haben sich dabei im Laufe der Zeit verändert. Im Mittelalter beispielsweise gab es Instrumente, die vor allem an den Höfen der Adeligen gespielt wurden.

Manche mittelalterlichen Instrumente sehen ganz schön ungewöhnlich aus, wie etwa die Drehleier, die Knud Seckel hier spielt.  Foto: Knud Seckel/dpa
Manche mittelalterlichen Instrumente sehen ganz schön ungewöhnlich aus, wie etwa die Drehleier, die Knud Seckel hier spielt. Foto: Knud Seckel/dpa

ALSBACH. Am Hof gibt es ein Fest! Die mutigen Ritter sind dabei, klar! Und auch die edlen Fräulein. Mittendrin natürlich der König. Alle sitzen an einem langen Tisch, es wird gegessen und gelacht. Musikanten spielen auf und machen laute, fröhliche Musik. So werden mittelalterliche Feste zumindest in Filmen oft dargestellt.

Musik gab es im Mittelalter vor mehr als 800 Jahren tatsächlich. Doch die Instrumente, auf denen gespielt wurde, sahen meist anders aus als unsere heutigen – und sie klangen wohl auch anders. Auf den Marktplätzen traf man zum Beispiel auf die sogenannten Spielleute. Diese zogen von Stadt zu Stadt, spielten auf den Märkten und verbreiteten die neuesten Nachrichten. „Spielleute hatten vor allem laute Instrumente. Zum Beispiel die Drehleier, die Schalmei oder den Dudelsack. Diese lauten Instrumente waren wichtig, denn die Spielleute traten ja draußen im Getümmel auf“, erklärt Knud Seckel. Er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit mittelalterlicher Musik und spielt selbst verschiedene Instrumente aus dieser Zeit.

Seine Instrumente sind aber natürlich nicht 800 Jahre alt. Aus der Zeit des Mittelalters haben sich nämlich keine Original-Instrumente erhalten. Man muss sie nachbauen. „Das funktioniert beispielsweise mithilfe alter Zeichnungen“, verrät der Fachmann.

Solche Zeichnungen findet man unter anderem in einem besonderen Buch:

Es heißt Codex Manesse. „Das ist sozusagen die Bibel der Minnesänger“, erklärt Knud Seckel. Dort sind sehr viele Texte mittelalterlicher Lieder drin, es gibt Abbildungen von Minnesängern und auch Zeichnungen der Instrumente sind dort zu sehen.

An den Höfen der Herrscher hörte man nicht nur die lauten Instrumente der Spielleute, erzählt Knud Seckel. Am Hof wurden häufig eher die leiseren Instrumente gespielt, wie etwa die Harfe. Das hat einen bestimmten Grund, denn an den Höfen wurde andere Musik gemacht als auf den Marktplätzen.

Am Hof traten etwa die sogenannten Minnesänger auf

Der wohl berühmteste Minnesänger heißt Walther von der Vogelweide. Der Dichter schrieb unter anderem Liebesgedichte. Minne ist ein altes Wort für Liebe. Diese Gedichte wurden dann an den Höfen vorgesungen.

Instrumente wie die Harfe und die Laute sollten den Minnesänger dabei begleiten.

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