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Paula Print: Wissenschaftlerin erkärt Kindern die Angst vor dem Klimwandel

16.09.2021 05:30, Von Insa Sanders — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie beeinflusst der Klimawandel meine Zukunft? Die Gedanken daran können Ängste und Sorgen auslösen. Doch das ist nicht nur schlecht. Die Wissenschaftlerin Julie King erzählt den dpa-Kindernachrichten, wie man mit Klima-Angst umgehen kann.

Dunkle Wolken ziehen über ein Wohngebiet (großes Bild): Häufiger Starkregen ist eine Folge des Klimawandels. Aber auch auf unsere Gefühle wirkt sich die Klimakrise aus. Darüber forscht Julie King an der Universität Oldenburg. Fotos: Insa Sanders/dpa/privat
Dunkle Wolken ziehen über ein Wohngebiet (großes Bild): Häufiger Starkregen ist eine Folge des Klimawandels. Aber auch auf unsere Gefühle wirkt sich die Klimakrise aus. Darüber forscht Julie King an der Universität Oldenburg. Fotos: Insa Sanders/dpa/privat

Der Klimawandel und seine Folgen: Damit beschäftigen sich viele Menschen, zum Beispiel Julie King. Die Wissenschaftlerin arbeitet an der Universität Oldenburg. Sie interessiert sich unter anderem dafür, was für Auswirkungen der Klimawandel auf die Gefühle der Menschen hat. Im Interview mit den dpa-Kindernachrichten spricht sie darüber.

Frau King, welche Gefühle löst der Klimawandel aus?

Wenn man sich mit dem Klimawandel und den Folgen beschäftigt oder ständig davon in den Nachrichten hört, kann das Sorgen, Ängste und Stress auslösen. Das Nicht-Handeln von anderen kann auch frustrierend sein. Viele fühlen sich in dieser Krise hilflos und überfordert.

Betrifft die Klima-Angst viele Kinder?

Dazu gibt es bisher nur wenige Daten. Aber man kann sicher sagen, dass die Angst viele junge Menschen betrifft. Sie haben noch ein langes Leben vor sich und hören ständig, dass das alles schlimm wird. Das sieht man auch auf den Schildern bei „Fridays for Future“. Sie zeigen Wut und Ängste. Viele junge Menschen sind unsicher, was in der Zukunft auf uns zukommt.

Was ist das Besondere an dieser Art Angst?

Es ist ein Ur-Instinkt, dass Menschen vor Bedrohungen Angst haben. Wenn man zum Beispiel im Wald auf einen Bären trifft, bekommt man Angst. Entweder flieht man, man kämpft oder man erstarrt und kann gar nichts tun. Der Klimawandel und seine Folgen sind auch eine Bedrohung. Es ist aber anders als beim Bären. Der ist irgendwann weg. Der Klimawandel ist aber eine ständige Bedrohung. Deswegen ist das Gefühl auch eher Stress. Man hat nicht die ganze Zeit starke Angst. Sie kommt aber immer wieder, wenn man darüber nachdenkt.

Wie kann man damit umgehen?

Es ist völlig okay, diese Angst oder diesen Stress zu fühlen. Das zeigt auch, dass man das Ausmaß der Krise verstanden hat. Wenn man erkennt, dass die Klimakrise einem Angst macht, ist der erste Schritt darüber zu reden. Zum Beispiel mit den Eltern, mit Geschwistern oder Freunden. Die Angst kann einem dann sogar helfen. Sie kann eine Motivation sein, etwas zu tun.

Zu was kann denn die Angst zum Beispiel motivieren?

Sie kann dazu führen, dass man sich selbst und sein Verhalten ändert, um zu helfen, den Klimawandel zu verlangsamen. Sie führt dazu, dass Menschen auf die Straße gehen und demonstrieren und wenn sie alt genug sind, wählen gehen.

Manche Menschen glauben nicht an die Klima-Krise. Kann das auch an der Angst liegen?

Das ist wie beim Bären-Beispiel. Unsere Instinkt-Reaktionen auf eine Bedrohung sind: Fliehen, kämpfen oder erstarren. Das wäre meiner Meinung nach eine Erstarr-Reaktion. Dass man aus Panik oder Unverständnis die Krise verdrängt und nicht daran glauben möchte. Das ist eine Schutzreaktion.

Wie kann man in so einer Krise positiv bleiben?

Man kann positiv bleiben, indem man Mut hat. Mut, zusammenzuhalten und Fortschritte zu machen. Zum Beispiel, indem wir uns kreative Lösungen ausdenken und sie umsetzen. Und es hilft, sich daran zu erinnern, wofür wir dankbar sind und was gut läuft.

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