Paulas Nachrichten

Paula will keinen eingefrorenen Salat

18.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum sind die Mammuts ausgestorben?

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich mal zum Andreas in die Redaktion gekommen. Der saß an seinem Schreibtisch. Aber den hat man gar nicht gesehen. Denn darauf lagen ganz viele Blätter Papier herum. Ich habe ihn begrüßt und geschnattert: „He, mach doch das Fenster einfach mal zu!“

Der Andreas hat zu seinem Fenster geschaut und geantwortet: „Hä? Was soll das denn? Das Fenster ist doch zu!“

Jetzt habe ich etwas genervt gesagt: „Klar, jetzt ist es zu! Aber vorher war es zu lange auf. So hat dann der Wind die Unordnung in den Papierstapel auf deinem Schreibtisch gebracht!“

Der Andreas hat jetzt noch ein bisschen grätiger geguckt als vorher und gemeint: „So ein Riesenquatsch! Der Wind hat hier keinen Papierstapel durch die Gegend gepustet. Das Fenster war schon rechtzeitig zu. Es ist ja Winter. Die Papiere gehören zu der Gemeinderatssitzung. Da war ich gestern Abend.“

Aha, habe ich mir gedacht, er war bei der Gemeinderatssitzung. Das Wort kenne ich. Die Menschen vom Gemeinderat sind die Bestimmer in Städten und Gemeinden. Die überlegen mit dem Bürgermeister: Welche Straßen müssen neu gebaut werden? Oder welche Schulen? Der Andreas und seine Kollegen schreiben über so etwas in der Zeitung. Aber so ganz habe ich das nicht verstanden. Also habe ich geschnattert: „Ah, so. Ja, klar. Aber warum liegen dann da so viele Papiere durcheinander herum?“

Der Andreas hat geantwortet: „Also durcheinander ist das nicht! Ich habe die schon geordnet. Nach dem lege ich mir die Blätter hin. Und so viele Papierblätter sind das, weil es ein Mammutprogramm gestern war.“

Jetzt sind meine ahnungslosen schönen Entenäuglein noch größer geworden. „Mammut? Ich dachte, in den Gemeinderäten sitzen Menschen! Gibt es überhaupt noch Mammuts? Äh . . .“

Der Andreas hat noch mal die Augen verdreht. Dann hat er geantwortet: „Also, Paula, in den Gemeinderäten sitzen tatsächlich Menschen. Keine Zeitungsenten. Und auch keine Mammuts. Die sind eh schon ausgestorben. Aber zu einem großen Programm kann man Mammutprogramm sagen. Denn die Mammuts waren auch riesengroß. Das waren Ur-Elefanten. Die größten waren über vier Meter hoch und wogen so viel wie mehr als zehn meiner Autos.“

„Auweia“, habe ich gemeint, „so riesig waren die! Da waren die bestimmt ganz schön gefährlich!“

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet, „nicht so richtig: Die waren keine Raubtiere. Die haben sich von Gras ernährt. Später waren die sogar die Opfer von Menschen. Die haben sie gejagt. Das Gras wuchs nach der letzten Eiszeit vor ein paar tausend Jahren in den weiten Steppen. Dann wurde es aber wärmer. Denn es gab einen Klimawandel. Der war aber nicht vom Menschen beeinflusst. Denn der konnte ja damals noch keine Maschinen bauen. Der war eher von den gerade wachsenden Pflanzen und den ausbrechenden Vulkanen beeinflusst. Dadurch werden nämlich auch für das Klima wichtige Gase ausgestoßen. Ja, und dann gab es in der Wärme für die Mammuts mit ihrem warmen Wollfell immer weniger zu essen. Sie sind immer weniger geworden. Die letzten sind ganz weit in den Norden von Europa und Amerika gewatschelt, äh, gezogen. Dann schmolz auf der Erde immer mehr Gletscherwasser und der Meeresspiegel stieg immer höher. So saßen die letzten paar hundert Mammuts auf einer Insel namens Wrangell fest. Dort ging es ihnen aber zuerst ganz gut.“

„Klar“, habe ich überlegt, „denn auf die Insel kamen die Jäger gar nicht, gell?“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „das kann schon sein. Eine ganze Weile lang nicht. Aber dann kamen die Menschen doch dorthin. Vielleicht war das mit ein Grund für das Mammut-Aussterben dann vor 4000 Jahren. Das ist eigentlich noch gar nicht so lange her. Denn als die letzten Mammuts auf der Wrangellinsel lebten, hatten die Menschen in Ägypten schon Pyramiden gebaut. Das Problem war: Da gab es nur noch so ungefähr 300 Mammuts. Wenn da ein paar Menschen hingepaddelt sind, haben die die schnell alle jagen können. Oder wenn es mal richtig viel schlechtes Wetter hat: Wenn es auf vereisten Boden regnet . . .“

„Das kenne ich“, habe ich geschnattert, „dann gibt es Blitzeis! Und dann Blitzeisgras! Weil das Gras für die armen Mammuts eingefroren war!“

„Genau“, hat der Andreas mir recht gegeben. „Und dann sind die verhungert.“

„Zum Glück bin ich keine Mammutente!“, habe ich gesagt, „dann wäre ich zwar riesengroß. Aber irgendwann wäre mein Salat eingefroren!“ Eure Paula

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