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Neujahr feiern im Herbst

06.09.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Menschen jüdischen Glaubens feiern ab Montag Rosch Haschana, das Neujahrsfest der Juden. Im Gegensatz zu Silvester sind diese Feiertage vor allem ruhig und besinnlich.

Israel, Jerusalem: Ein orthodoxer Jude bläst anlässlich des Neujahrsfestes Rosch Haschana an der Klagemauer ein Schofar, das Horn eines Widders.   Foto: Abir Sultan/EPA/dpa
Israel, Jerusalem: Ein orthodoxer Jude bläst anlässlich des Neujahrsfestes Rosch Haschana an der Klagemauer ein Schofar, das Horn eines Widders. Foto: Abir Sultan/EPA/dpa

Frohes neues Jahr! Das wünschen sich nun viele Jüdinnen und Juden. Denn sie feiern das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana. Das Fest fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum im Herbst. Dieses Jahr dauert es vom 6. bis zum 8. September. Warum das so ist und noch viel mehr zu dem Fest erfährst du hier!

DAS WORT:

Rosch Haschana ist nach jüdischem Brauchtum der Tag, an dem die Erschaffung der Welt abgeschlossen war. Auf ihn folgt die Schöpfung von Adam und Eva, also der Geburtstag der Menschheit. Übersetzt heißt Rosch Haschana so viel wie „Kopf des Jahres“. Der Name deutet darauf hin, dass er der Anfang des jüdischen Jahres ist.

DER KALENDER:

Der jüdische Kalender hat zwölf Monate mit jeweils 29 oder 30 Tagen. Sein Ende ist im September. Der Kalender richtet sich nicht nach der Sonne, wie etwa der gregorianische Kalender. Dieser ist der weltweit meistgebrauchte Kalender.

Der jüdische Kalender richtet sich nach der Zeitspanne, in der der Mond um die Erde wandert. Und danach, in welcher Position der Mond zur Sonne steht. Damit die einzelnen Monate des Jahres in die gleiche Jahreszeit fallen, wird der Kalender mit Extra-Tagen ausgeglichen.

Die Zählung der Jahre richtet sich nach der Schöpfung der Welt im Judentum. Die war nach dem jüdischen Glauben im Jahr 3761 vor Christi Geburt abgeschlossen. Deshalb starten die Juden nach diesem Rosch Haschana nicht etwa ins Jahr 2022, sondern in das Jahr 5782!

DAS FEST:

Zwei Tage lang feiern die jüdischen Menschen. Es sind ernste und besinnliche Tage ohne Böller und Raketen. Die Menschen blicken etwa auf das vergangene Jahr zurück. Der Tag soll ihnen helfen, in sich zu gehen und im nächsten Jahr gut zu handeln. Auch soll man daran denken, was im vergangenen Jahr schlecht gelaufen ist – und wie man Dinge besser machen kann. Wenn man etwa mit jemandem zerstritten ist, soll man sich versöhnen und dem anderen vergeben.

In vielen jüdischen Familien gibt es ein Festtagsmahl mit besonderen Lebensmitteln. Am Tisch spricht man Segenssprüche und isst zum Beispiel Apfelstücke, die vorher in Honig getaucht wurden. Das Obst ist ein Zeichen dafür, dass das neue Jahr gut und süß werden möge.

DAS HORN:

Neben der Besinnlichkeit gibt es an Rosch Haschana auch Vorfreude auf das neue Jahr. Im Gottesdienst wird am Morgen oft feierlich der Schofar geblasen. Das ist ein Horn, das oft aus dem Horn eines Widders oder einer Antilope gemacht ist. Der Klang des Schofars soll die Menschen etwa an ihre Pflichten erinnern.

Für das neue Jahr wünschen sich die Menschen übrigens häufig: Shana tova u-metuka! Das bedeutet: Ein gutes und süßes Jahr!

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