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Kanus aus der Höllenmaschine

07.09.2021 05:30, Von David Kluthe — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie gleiten über Flüsse, Seen und andere Gewässer: Kanus gibt es in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien. Aber wie werden solche Boote eigentlich gebaut?

Das ist die Kanu-Maschine.  Foto: David Kluthe/dpa
Das ist die Kanu-Maschine. Foto: David Kluthe/dpa

Langsam und gemächlich bewegt sich der dicke Klotz hin und her. Höllenmaschine nennen ihn manche. Flugsimulator klingt als Spitzname schon etwas netter. Tatsächlich erinnert die laute Maschine ein bisschen an einen Flugsimulator auf der Kirmes.

Im Inneren fliegen aber keine Kinder durchs Weltall. Das wäre auch keine gute Idee. Denn in der Maschine wird es bis zu 265 Grad heiß. Solche Temperaturen braucht man, um bestimmte Kanus herzustellen. Nach etwa 90 Minuten ist das Boot im Inneren fertig.

Die Maschine steht in einer Fabrikhalle in der Stadt Moers im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Sie gehört der Firma Lettmann, einem der größten Kanu-Hersteller Deutschlands. Die Firma baut verschiedene Boote wie Kajaks und Canadier. Auch Paddel gehören zum Angebot.

Aber wie entsteht so ein Kanu eigentlich? „Das wird wie ein Schokoladenhase gemacht“, erklärt Jochen Lettmann. Zuerst entwerfen Fachleute ein Modell. Teilweise geschieht das in der Werkstatt, teilweise am Computer. Aus dem Modell wird eine Form aus Metall, der große Hitze nichts ausmacht.

Diese Kanu-Form landet schließlich in der großen Maschine. Dann schütten Mitarbeiter ein spezielles Kunststoff-Pulver in die Form. Das Pulver gibt es in verschiedenen Farben. Je nachdem, welche Farbe das Boot am Ende haben soll.

Jetzt kommt die große Maschine ins Spiel: Durch die Drehung und Bewegung kommt das Pulver in alle Ecken der Form. Die Hitze lässt das Pulver schmelzen. Wenn sich das Gemisch wieder abkühlt, wird das Material hart. Trotzdem lässt es sich noch aus der Form lösen. Und schon ist das Kanu fertig!

Viele Kanus werden so hergestellt. Familien machen damit Paddel-Ausflüge auf kleinen Flüssen. Sportlerinnen und Sportler fahren damit in Vereinen um die Wette. In Corona-Zeiten waren besonders viele Leute mit Kanus unterwegs. Kanu-Hersteller wie die Firma Lettmann haben also mehr als genug zu tun.

Kanus für Profis werden aus einem anderen Material hergestellt. Es ist leichter, steifer und gleitet schneller durchs Wasser. Dafür sind die Boote aber auch deutlich teurer.

Mitte September treten die besten Rennsport-Kanuten der Welt bei der Weltmeisterschaft gegeneinander an. Die Wettbewerbe werden dieses Mal in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen ausgetragen. Im Kanuslalom werden die Wettkämpfe Ende des Monats in dem Land Slowakei ausgetragen.

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