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Hier bekommen junge Seehunde Hilfe von Menschen

21.05.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Mai, Juni und Juli kommen an der Nordsee viele Seehunde zur Welt. Manchmal verlieren die Kleinen ihre Mütter, dann brauchen sie Hilfe.

FRIEDRICHSKOOG. Unter freiem Himmel schwimmen, fressen und in der Sonne räkeln: So sah der Tag von Seehund-Baby Meike am Freitag aus. Die Kleine lebt seit fast zwei Wochen in der Seehundstation Friedrichskoog in Schleswig-Holstein. Fachleute kümmern sich dort um junge Seehunde, die ihre Mütter verloren haben. Meike war allein im Watt vor der Insel Föhr gefunden worden.

So sah Meike aus, als sie in Friedrichskoog ankam (großes Bild). Das kleine Bild zeigt, wie Tierärztin Ulrike Meinfelder Meike am Freitag in den Aufzuchtbereich brachte.  Foto: Inke Hennings/ Gregor Fischer/dpa
So sah Meike aus, als sie in Friedrichskoog ankam (großes Bild). Das kleine Bild zeigt, wie Tierärztin Ulrike Meinfelder Meike am Freitag in den Aufzuchtbereich brachte. Foto: Inke Hennings/ Gregor Fischer/dpa

Einsame Seehund-Babys sind aber nicht immer gleich ein Grund, Hilfe zu holen, sagen Fachleute. Seehund-Mütter lassen ihre Jungen oft stundenlang allein am Strand. Werden Mutter und Baby aber voneinander getrennt, ist das ein Problem. Dann wird das Junge länger nicht gesäugt.

Trifft man ein einsames Seehund-Baby, sollte man von dem Tier weiten Abstand halten, sagt Ulrike Meinfelder, die in der Seehundstation in Friedrichskoog arbeitet. „Mehrere Hundert Meter. Auf keinen Fall darf man es anfassen“, sagt sie. Ist man sich unsicher, ob es dem Tier gutgeht, ruft man am besten Fachleute an. Sie können es anschauen und entscheiden, ob es mitgenommen wird.

„In der Seehundstation untersuchen wir das Tier gründlich, von der Nasenspitze bis zur Hinterflosse“, sagt Ulrike Meinfelder. Es wird gewogen, bekommt eine Markierung an der Flosse, wenn nötig Medikamente und natürlich etwas zum Fressen. „Das ist ein flüssiger Fischbrei, der sehr fetthaltig ist.“ Danach kann der Heuler sich in einem Gehege mit einem kleinen Wasserbecken, einer Wärmelampe und einer Liegefläche ausruhen.

Geht es dem Tier gut genug, geht es in den Aufzuchtbereich. „Dort leben die Seehunde in größeren Gruppen zusammen, es gibt größere Becken unter freiem Himmel“, berichtet Ulrike Meinfelder. Dorthin kam auch Meike am Freitag.

Insgesamt bleiben junge Seehunde etwa zehn Wochen in der Seehundstation. Wenn sie komplett gesund sind und mindestens 25 Kilogramm wiegen, werden sie ausgewildert. Läuft alles nach Plan, wird auch Meike später in einer großen Box am Strand abgesetzt. Von dort kann Meike dann allein ins kühle Wasser robben. dpa

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