Weihnachtsgrüße

Zeit zum Träumen und Genießen

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei Erika Messner in den Dolomiten sind manche alte Bräuche noch lebendig

Erika Messner zieht in den Dolomiten ihre Spuren in den Schnee.

Wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, die Tage kürzer werden und der erste Schnee fällt, beginnt in unserem Tal die stimmungsvollste Zeit des Jahres.

Die stille Zeit, die besinnliche Zeit – ja, das war einmal! Wie in allen touristischen Ortschaften ist auch bei uns Wirtschaft, Trubel, Geschäft! Alles ist in Bewegung, alle schaffen und arbeiten, um das Dorf weihnachtlich zu gestalten, überall sind Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbäume, Beleuchtungen jeder Art, Gold und Silber, Glitzer, Krippen, Glühwein und Weihnachtsbäckerei in allen Straßen.

Trotzdem sind so manche Bräuche bis heute erhalten geblieben. Die Krippenschnitzkunst ist ein jahrhundertealtes Erbe, das jährlich in der Weihnachtszeit neu aufblüht. An den vier Adventsdonnerstagen ziehen Kinder als Bauern und Hirten verkleidet von Haus zu Haus, singen das „Glöckel-Lied“ „Tlecanacht“ in ladinischer Sprache natürlich und wünschen alles Gute im Hof, Haus und Stall.

Am 5. Dezember, sobald es dunkel wird, zieht der heilige Nikolaus mit einem Engel und einigen Krampussen durchs Dorf und beschenkt die Kinder.

In der Vorweihnachtszeit werden Höfe, Häuser und Ställe mit verschiedenen Kräutern und Holzarten geräuchert. Das sind die sogenannten „Rau“- oder Rauchnächte, voll Magie und Mystik, als Schutz vor den bösen Geistern und mit der Bitte um Gottes Segen.

Am 31. Dezember ziehen wieder Kinder von Haus zu Haus und singen das glücksbringende Neujahrslied. Am 5. Jänner singen Kinder als Heilige Drei Könige ein fröhliches Lied und sammeln Geld für die Missionen in aller Welt. Das Dorf St. Ulrich, in dem ich das ganze Jahr über mit meiner Familie lebe, bietet wirklich eine Zeit zum Träumen und Genießen – nicht nur zwischen den Jahren.

 

Erika Messner

Weihnachtsgrüße aus aller Welt