Weihnachtsgrüße

Weihnachten wie im Film mit Santa Claus und kitschiger Deko

24.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei Aileen Hofmann in Pennsylvania spielt zurzeit sogar das Wetter mit: Der erste Schnee ist schon gefallen

Santa Claus begegnete Aileen Hofmann in einer Shopping Mall in Pennsylvania.

Weihnachten in Amerika? Ein Wunsch vieler Menschen. Große, kitschig geschmückte Weihnachtsbäume, Weihnachtslichter , Weihnachtsdeko und -musik, wohin man geht, Schlittschuhlaufen vorm Rockefeller Center – und mittendrin ich.

Aileen Hofmann hat viel Spaß mit ihren Gastkindern.

Ja, momentan sind die USA meine Heimat auf Zeit. Ich verbringe ein Jahr als Au-pair in Avondale, Pennsylvania. Ich lebe und arbeite dort bei meiner tollen Gastfamilie – der Schuetz Family!

Nach Halloween und Thanksgiving ist Weihnachten das große Event hier in Amerika. Ist Halloween und Thanksgiving erst einmal vorbei, dominieren Santa Claus, kitschige Deko und massenweise Geschenke in den Läden. Ja sogar das Wetter spielt mit, denn der erste Schnee ist schon gefallen – die Weihnachtsstimmung kann also beginnen.

Leider gibt es keinen Nikolaus am 6. Dezember, aber den Adventskalender haben die Amerikaner schon längst für sich entdeckt. Den gibt es hier nämlich in den verschiedensten Größen und Variationen. Auch ich war in der vorweihnachtlichen Zeit in New York, Washington D.C. und Philadelphia und ich kann nur sagen: Es ist wie in einem amerikanischen Film! Überall wunderschön geschmückte Weihnachtsbäume, Eislaufbahnen und Weihnachtsbeleuchtung. Neidisch? Braucht ihr nicht zu sein. Hier in den USA gibt es natürlich auch kulturelle Unterschiede zu Deutschland, bei denen ich mich dann gerne wieder ins schöne Unterensingen zurückwünsche. Ein einfaches Beispiel sind die Städte. Diese sind riesig. Aber drum herum? Nicht wirklich viel. Da findet man mal ein Dorf mit 100 Einwohnern, fährt 20 Minuten und dann kommt das nächste. Nicht zu vergleichen mit „in fünf Minuten bin ich mal kurz in Nürtingen“. Zudem sind die Straßen komplett unbeleuchtet. Fallen einem also nachts beim Fahren mal die Scheinwerfer aus, dann hilft nur noch Beten. Es gibt hier auch keine Fußgängerwege, auf denen man mit dem Kind spazieren gehen könnte – klar, wer läuft eine Stunde zum nächsten Ort? Also zum nächsten Park fahren und dort mit den Kindern eine Runde laufen oder spielen.

In den USA gibt es leider auch keinen Metzger und Bäcker deines Vertrauens. Man muss hier prinzipiell alles in einer „Mall“ oder in einem riesigen Supermarkt kaufen. XXL-Packungen sind hier Standard.

Was ich hier aber genieße ist die Freundlichkeit und Offenheit aller Leute. Man unterhält sich mit der Kassiererin über das letzte Wochenende oder mit der Person hinter dir in der Schlange über deinen letzten Urlaub. Und: Nein, ich kenne diese Leute nicht. Man unterhält sich einfach, fragt das typische „How are you?“ und so kommt eins zum anderen.

Ich habe hier in meinen zweieinhalb Monaten aber auch schon einiges erlebt. Das erste Erlebnis hatte ich schon kurz nach meiner Ankunft: Halloween! Meine Familie hatte das Familienmotto „Guardians of the Galaxy“. Viele von euch kennen vielleicht den Film. Er ist nicht wirklich gruselig, aber das muss es hier auch nicht in den USA. Halloween heißt hier einfach: Verkleiden und Spaß haben. Ich habe das typische „Trick or Treat“ mit „meinen“ Kinder mitgemacht – abends von Haus zu Haus laufen und Süßis sammeln. Danach wird natürlich zu Hause fleißig getauscht.

Des Weiteren hat mich meine Familie mit zu einem Fußballspiel genommen und zwar zu einem WM-Qualifikationsspiel der amerikanischen Frauennationalmannschaft. Es war echt der Hammer! Die Amerikaner lieben ihr Land und dementsprechend war auch die Stimmung im Stadion – einfach unglaublich! Thanksgiving kann ich auch von meiner „To-do-Liste“ abhaken. Ein riesengroßes Familienfest mit typischen Turkey und Apple Pie. Ich habe noch nie so viel Essen auf einem Tisch gesehen. Es war einfach ein schöner Tag mit der ganzen Familie, Verwandten und vielen Freunden. Nach Thanksgiving kommt auch schon der „Black Friday“, bei dem alle Amerikaner verrückt spielen. Alle Läden haben radikale Preisnachlässe und unschlagbare Angebote. Manche campen für ein billiges Handy an diesem Tag sogar vor einem Laden. Ich musste den Black Friday natürlich auch einmal miterlebt haben und so sind die Frauen meiner Family und ich losgezogen. Es war großartig! Bis zum Dach hochgestapelte Einkaufstüten – das nennt man hier „Christmas shopping“. Football ist hier ja eine der populärsten Sportarten überhaupt. Das musste ich natürlich auch gesehen haben. Also ging es ab mit anderen Au-pairs zu einem College-Football-Spiel in Villanova, Pennsylvania. Das Spiel sieht einfach aus, aber die Regeln haben es in sich. Etwa alle zwei Minuten wird die Uhr gestoppt, sodass das Spiel locker auch mal vier Stunden anstatt der geplanten 60 Minuten gehen kann. Um aber auch einmal die Luft der ganz großen Football-Stars zu schnuppern, haben meine Familie und ich eine Tour durch das Lincoln Financial Center, das Stadion der Philadelphia Eagles NFL, gemacht.

Wie zu Hause in Unterensingen mache ich auch hier Zumba und lerne einiges dazu.

Ich vermisse natürlich meine Familie und Freunde in Deutschland, genieße aber auch meine Zeit hier. Ich freue mich schon sehr auf das amerikanische Weihnachten. Ich sende ganz liebe Grüße an meine Familie und Freunde in Unterensingen und Umgebung. Allen Lesern wünsche ich von ganzem Herzen „Merry Christmas“.

 

Ganz liebe Grüße aus den USA

eure Aileen Hofmann

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