Weihnachtsgrüße

Toronto ist schön, aber leider auf der falschen Seite

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tobias Haußmann weilt in Kanada – Die riesigen Skigebiete sind allerdings mehr Richtung Westen

Tobias Haußmann gefällt es in Toronto. Er verbringt einen Teil seiner Ausbildung in Kanada.

Am 26. September ging es für mich los. Mit dem Flieger zunächst nach Wien und anschließend nach Toronto, der Stadt, in der ich die nächsten drei Monate, als Bestandteil meiner Ausbildung bei der EvoBus GmbH in Ulm, in der kanadischen Niederlassung von Mercedes-Benz verbringen durfte.

Ich war gewappnet, hatte meine wärmsten Kleider sowie meine Ski-Ausrüstung für den Fall der Fälle eingepackt. Bei der Ankunft jedoch war ich etwas verwirrt und wollte schon den nächsten Schalter suchen, um herauszufinden, wie es passieren konnte, in den falschen Flieger zu gelangen, als mir ein riesiges „Welcome to/Bienvenue au Canada“-Banner ins Auge stach. Irgendetwas stimmte hier nicht. Schon am Ausgang des Fliegers bemerkte ich die nahezu südländischen Temperaturen und ich verfluchte mich innerlich, keine einzige kurze Hose eingepackt zu haben. Na ja, wie auch immer: Ich fügte mich also meinem Schicksal, quälte mich schweißtriefend durch die Einreiseformalitäten und setzte mich in das nächste Taxi, das mich zu meiner neuen Wohnung und meiner neuen, mir noch unbekannten Mitbewohnerin brachte.

Die nächsten Wochen waren super. Bei der Arbeit habe ich viel gelernt, tolle neue Menschen kennengelernt, hatte viel Zeit, mich meiner Leidenschaft, der Musik, zu widmen und in Kanada herumzureisen. Mittlerweile ist der Winter da, doch bei Temperaturen um die null Grad Celsius halte ich es noch gut aus.

Als ich die Reise antrat, musste mich entscheiden, ob ich vor Weihnachten oder erst im neuen Jahr zurück möchte. Ich entschied mich für Letzteres im Hinblick darauf, Weihnachten und das Neujahrsfest einmal auf eine ganz neue Weise zu erleben. Und ich glaube auch nicht, dass ich dies bereuen werde, denn die Chance, noch zwei Wochen dieses Land erkunden zu können, wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Wie anfangs erwähnt, hatte ich mich riesig auf die Berge und das Snowboarden gefreut. Mittlerweile weiß ich, dass ich mit Toronto leider auf der falschen Seite Kanadas gestrandet bin, um riesige Berge mit gigantischen Skigebieten befahren zu können. Immerhin hat es keine der Personen, mit denen ich im Voraus über meine Reise gesprochen habe, besser gewusst. Alle – wirklich alle! – sprachen von den tollen Skigebieten, oder gar von „Heli-Skiing“. All das gibt es in Kanada – allerdings auf der anderen Seite des Landes. Dennoch habe ich einen Skiausflug zwischen Weihnachten und Neujahr geplant. Zwar wird es keine der Attraktionen, trotzdem gibt es Schnee, die Piste und ein Brett, mit denen ich sicherlich meinen Spaß haben werde.

Den Heiligen Abend werde ich mit meiner Freundin zu zweit, der „kleinsten Familie der Welt“, verbringen. Eine gänzlich neue, aber mit Sicherheit wunderschöne Erfahrung. So wird dann am 3. Januar des neuen Jahres eine sehr spannende und auch für mich persönlich prägende Zeit in Kanada zu Ende gehen, wenn ich in Deutschland aus dem Flieger steige.

Bis dahin wünsche ich euch allen eine gesegnete Zeit mit der Familie und auch den Freunden. Und ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn ich dann am 23. Dezember wieder dabei sein darf, mit meinen Freunden traditionell das Weihnachtsfest einzuleiten, was mir dieses Jahr leider verwehrt bleibt. Beste Grüße aus Toronto, Kanada

 

Tobias Haußmann

Weihnachtsgrüße aus aller Welt