Weihnachtsgrüße

Mit „The beast“ umrunden die drei Freunde den fünften Kontinent – oder auch nicht

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jonas Müller aus Neuffen, Lauritz Saile aus Nürtingen und Tim Jahn aus Neckarhausen treffen sich an Weihnachten mit einem Freund aus Nürtingen in Sydney

Jonas Müller, Lauritz Saile und Tim Jahn sind beeindruckt von der australischen Land schaft, beispielsweise von den „Twelve Apostles“ auf der Great Ocean Road.

Mit dem Abi fertig, doch was nun? Eine Ausbildung oder ein Studium – nein! Die Antwort unsererseits lautet Reisen. Erst mal raus aus dem tristen Deutschland und rein in eine komplett neue Welt. Unser Trip begann am Nürtinger Bahnhof, von wo aus wir per Zug über Stuttgart nach Frankfurt fuhren. Dort angekommen ging es mit dem Flugzeug nach Dubai, wo wir die nächsten fünf Tage verbrachten. Mächtige Wolkenkratzer, unzählige Shopping-Malls und natürlich viel Luxus zeichnen die größte Stadt der arabischen Emirate aus.

Der Geländewagen, den die drei gekauft und „The Beast“ getauft haben, ist durch sein Dachzelt, die Campingausrüstung und den Allradantrieb der perfekte Begleiter.

Als eine Stadt, die ständig wächst, könnte man Dubai wegen der zahlreichen Baustellen aber auch bezeichnen. Zum Anschauen und Erleben gab es die unterschiedlichsten Dinge, sodass wir uns für die wichtigsten entschieden. Das Atemberaubendste war sicherlich die Aussichtsplattform des Burj Khalifa in 450 Meter Höhe – inklusive 360-Grad-Blick auf die Stadt Dubai, die Wüste und die angrenzenden Wolkenkratzer. Aber auch der Ausflug ins reichste Emirat, Abu Dhabi, und die Wüstensafari mit dem Geländewagen zählten zu unseren Favoriten.

Dann ging es Richtung Australien weiter. Nach 13 Stunden Flug kamen wir dann endlich im 16 300 Kilometer entfernten Melbourne an – eine Stadt mit den verschiedensten Facetten: multikulturell, sportlich und immer gut gelaunt. Besonders gut an Melbourne gefielen uns die vielen Parks inmitten der Stadt. Menschen treiben Sport, relaxen oder verbringen ihre Mittagspause im Grünen.

Unsere Unterkünfte für die ersten ein, zwei Wochen waren verschiedene Hostels, die durch ihre zentrale Lage den perfekten Ort für den Anfang darstellen. Egal ob beim Kochen in der gemeinsamen Küche oder im Mehrbettzimmer, man lernte immer wieder neue Gleichgesinnte aus aller Welt kennen. Zugegebenermaßen sind es zum Großteil Deutsche. So kann es auch mal sein, dass dich ein Typ anspricht und meint „Ihr seid jo au Schwoba, endlich mol oiner mit dem mer sich gscheit onderhalda ko“ und sich dann rausstellt, dass er aus Kirchheim kommt.

Auch bei Nacht ist Melbourne nicht weniger attraktiv als tagsüber, es gibt unzählige Bars zum gemütlichen Verweilen, aber auch zahlreiche Diskotheken, in denen man mal so richtig abfeiern kann – perfekt also für junge Reisende! Mittlerweile haben wir uns ein eigenes Auto zum Reisen gekauft. „The Beast“, wie wir unseren Mitsubishi Pajero getauft haben, ist durch sein aufklappbares Dachzelt, die Campingausrüstung und den Allradantrieb der perfekte Begleiter für Fahrten durchs Outback, Übernachtungen mitten im Nirgendwo und die Umrundung Australiens. Seine erste längere Fahrt mit uns an Bord war die Great Ocean Road, die uns durch die wundervolle Landschaft, teilweise kilometerlang direkt an der Küste, eindrucksvoll in Erinnerung bleiben wird. Unsere ersten Koalas und Kängurus durften wir auf dieser Route ebenfalls bestaunen.

Oftmals, wenn man hier erzählt, dass man plant, ein Jahr zu reisen, wird man gefragt, ob man denn kein Heimweh hat oder wie es denn die Eltern fänden. Wir drei müssen erstaunlicherweise feststellen, dass wir es gerade einfach nur genießen mal rauszukommen und Neues zu entdecken. Außerdem ist mit der heutigen Technik (Skype oder Whatsapp) die Trennung nicht so extrem wie beispielsweise früher, als man nur selten mal telefonieren konnte.

Komisch wird es nur dann, wenn man bei 30 Grad am Strand sitzt und Bilder von zu Hause geschickt bekommt, auf denen der erste Schnee zu sehen ist. Schnee, Kälte und kurze Tage deuten in Deutschland meistens auf die bevorstehende Weihnachtszeit hin. Von alldem bekommt man hier eher wenig mit. Es werden zwar Straßen geschmückt und symbolisch die ersten Weihnachtsbäume aufgestellt, doch das scheint einem aufgrund der klimatischen Bedingungen eher surreal.

Trotz allem freuen wir uns auch hier auf die Weihnachtszeit, zugegeben, wir werden die Gutsle, den Weihnachtsmarkt und das Festmahl mit der Familie an Heiligabend vermissen, aber dafür erleben wir Weihnachten einmal unter komplett anderen Bedingungen. Vielleicht stellen wir ja ein kleines Weihnachtsbäumchen am Strand auf und backen uns dazu noch ein paar Plätzchen, um mehr in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Die Festtage und Silvester verbringen wir drei in Sydney zusammen mit einem weiteren Kumpel aus Neckarhausen (vgl. Weihnachtsgrüße von Ian Colin, Anmerkung der Redaktion). Heiligabend wird sicherlich etwas eigenartig ohne Familie.

Den Start ins neue Jahr werden wir mit tausend anderen gemeinsam mit Blick aufs Opera House, die Harbour Bridge und einem gigantischen Feuerwerk feiern.

Da es bei „Work & Travel“ aber nicht nur ums Reisen geht, wollen wir uns 2016 auch für zwei bis drei Monate Arbeit auf Farmen als Erntehelfer von Früchten oder Gemüse suchen. Wo genau die Reise hingeht oder was als Nächstes kommt, weiß man hier nie so genau, deshalb könnte es auch gut sein, dass alles ganz anders kommt, aber genau das ist es ja, was unseren Trip so besonders macht.

Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen, dass wir unseren Familien, Freunden und allen anderen aus Nürtingen und Umgebung eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.

Sommerliche Grüße Jonas Müller, Lauritz Saile und Tim Jahn

Weihnachtsgrüße aus aller Welt