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Eine Million für Philipp Unger?

18.01.2018, Von Irina Korff — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der ehemalige Unterensinger ist morgen zum zweiten Mal bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär“ auf RTL zu Gast

„Er stand kurz vor der Eröffnung eines Dönerladens in den USA“ mit dieser Kuriosität wurde der ehemalige Unterensinger Philipp Unger bei „Wer wird Millionär“ vorgestellt. Einmal auf dem Ratestuhl gegenüber von Günther Jauch sitzen – davon haben bestimmt schon viele geträumt. Für den 25-Jährigen ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.

Philipp Unger hat es bis auf den heißen Stuhl geschafft Foto: MG RTL D / Gregorowius

UNTERENSINGEN/KÖLN. Am 9. Oktober erspielte er vorläufig 8000 Euro. Dann war die Sendezeit zu Ende und Philipp Unger musste warten, bis in Köln die Dreharbeiten zur nächsten Sendung beginnen. Am Montag wurde gedreht und am morgigen Freitag um 20.15 Uhr läuft der zweite Teil seiner Show als Special zum Start des Dschungelcamps.

Wie ist es eigentlich, wenn man wirklich auf dem „heißen Stuhl“ sitzt und von Günther Jauch die Fragen gestellt bekommt? Philipp Unger, der zur Zeit in München lebt und arbeitet, weiß es jetzt. Auch er träumte lange davon. Zum ersten Mal hat er sich mit 18 Jahren beworben, damals noch vergeblich. Im Oktober 2016 füllte er während der Show spontan das Online-Anmelde-Formular aus. Seine Motivation erklärt er folgendermaßen: „Ich bin praktisch mit der Show groß geworden. Sie hat ja kürzlich 18-jähriges Bestehen gefeiert.“

Bis er es auf den begehrten Ratestuhl geschafft hat, musste der Kandidat eine lange Bewerbungsphase durchlaufen. „Erst einmal muss man überhaupt zum Interview eingeladen werden. Das war schwerer als erwartet“, erklärt Philipp Unger. Dann musste er mehrere Telefonate überstehen: „Da wurden knifflige Quizfragen gestellt und natürlich ein Interview zu meiner Person geführt.“ Dass er zu einem unbestimmten Zeitpunkt dabei war, wusste der 25-Jährige danach bald. Es dauerte jedoch fast ein ganzes Jahr, bis Unger schlussendlich in der Show saß, denn die Einladung zur Show hat bis August 2017 auf sich warten lassen. „Das ist auch verständlich bei 100 Kandidaten pro Jahr und einer Vielzahl an Bewerbungen“, sagt Unger.

Die Nachricht, dass er dabei ist, erhielt Philipp Unger im Ungarnurlaub: „Ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass daraus noch was wird. Doch dann habe ich die Mail bekommen, dass ich im September mitspielen darf. Da fängt man natürlich das Träumen an, aber ich wusste, dass es schwer wird, tatsächlich auf den Stuhl zu kommen, wenn es so weit ist.“

Doch zunächst durfte Unger seiner Familie und seinen Freunden nur erzählen, dass er Kandidat wird, über die Zeitpunkte der Aufzeichnung und Ausstrahlung musste er gemäß dem Vertrag schweigen.

Nun begann die Zeit der Vorbereitung. Philipp Unger bereitete sich sehr intensiv auf die Show vor. „Ich habe versucht so viele Informationen wie möglich zu behalten, sodass ich sie bei einer passenden Frage abrufen kann. Das reichte von den Staatsoberhäuptern der Erde über die Promihochzeiten und -scheidungen der letzten Jahre, hin zu der griechischen und römischen Mythologie“, erklärt er. Doch er verrät auch, dass ihm bis jetzt der ganze Aufwand bei keiner Frage geholfen hat. „Was ich aber Anwärtern auf jeden Fall empfehlen kann, ist mit der Quiz-App der Show zu üben und einfach immer das Ausschlussverfahren anzuwenden“, sagt Unger.

Erst im Studio beginnt das Lampenfieber

Auf dem Weg zur Aufzeichnung in Köln war er noch total gelassen, wie er selbst von sich behauptet. Er gibt aber zu, dass im Studio ihn das Lampenfieber total erwischt hat: „Mir lief der Puls stundenlang auf Hochtouren. Da macht man echt eine Grenzerfahrung mit. Das hatte ich komplett unterschätzt. Wenn man so etwas nicht gewöhnt ist, spielt man wirklich mit einem starken Handicap.“

Im Gegensatz zu den Teilnehmern, ist Günther Jauch ganz Profi. Auch wenn die Kandidaten nur wenig Kontakt zu ihm haben, findet Unger den Moderator sehr sympathisch: „Er schafft es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, damit sich ein aufgeregter Kandidat sammeln und konzentrieren kann.“

Nach der ersten Aufzeichnung im vergangenen September durfte Philipp Unger nicht verraten, ob er es auf den Stuhl geschafft hatte oder nicht. „Das war nicht einfach, da alle natürlich sehr neugierig waren“, gibt Unger zu. Einzig seine Freundin wusste Bescheid, denn sie war im Studio dabei.

Am 9. Oktober konnte Philipp Unger sich selbst im TV sehen. Er sah sich die Show zusammen mit seinen Arbeitskollegen an. „Da habe ich eine Mini-Version des Lampenfiebers nochmal durchlebt“.

Jeder Kandidat wird mit einer besonderen Kuriosität vorgestellt. Günther Jauch kündigte Philipp Unger wie folgt an: „Er stand kurz vor der Eröffnung eines Dönerladens in den USA.“ Die Geschichte stimmt tatsächlich: Unger war während seines Studiums in Übersee. „An der Idee mit dem Dönerladen habe ich mit einem Kommilitonen gearbeitet. Wir waren fast ein Jahr in San Diego. Das war nicht nur ein Hirngespinst, sondern wir waren kurz davor eine Location zu pachten. Im Endeffekt hatten wir aber einfach den Finanzbedarf unterschätzt.“, erzählt Unger.

Nach der Sendung durften alle wissen, dass er es von den Auswahlstühlen auf den „heißen Stuhl“ geschafft hatte. Er ordnete als schnellster der Kandidaten die Bundesländer aufsteigend nach der Anzahl der enthaltenen Buchstaben an. Doch so richtig realisieren, dass er es geschafft hat, konnte Philipp Unger es während der Aufzeichnung nicht: „Im Studio läuft alles wie auf Autopilot. Dass ich es auf den Stuhl geschafft habe und es sogar ganz gut lief, realisierte ich erst Stunden später.“

Mutig wählt er die Risikovariante, das heißt, man hat vier Joker zur Verfügung, aber keine zusätzliche Absicherung bei 16 000 Euro. Bei der Auswahl seiner Telefonjoker hat Unger darauf geschaut, wo seine Schwächen liegen: in der Musikszene vor 1990, oder in Medizin. Also fiel somit die Wahl auf seine Eltern und einen guten Freund.

Seine neunte Frage forderte einen Joker. Das Publikum sollte helfen, die richtige Antwort auf die Frage „Beim angesagten Undone-Look geht es zumeist um die lässige Optik . . .?“ zu finden. Antwort B „ungestylt wirkender Haare“ wurde eingeloggt und 8000 Euro waren ihm vorerst sicher. Doch dann ertönte der Gong und die Spielzeit wurde unterbrochen.

Günther Jauch verkündete, dass es eine Pause gibt und statt „Wer wird Millionär?“ eine neue Staffel von „Bauer sucht Frau“ gesendet wird. Im Dezember gab es einige Special-Sendungen. Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie es Philipp Unger erging. Auf heißen Kohlen wartete er bis er zur zweiten Aufzeichnung eingeladen wurde. Nun ist es endlich so weit: Morgen werden die Zuschauer erfahren, ob der 25-Jährige es schafft, die Millionenfrage zu knacken. Falls er die eine Millionen Euro gewinnt, würde er das Geld als Startkapital in eine Selbstständigkeit verwenden. Doch das ist noch weit entfernt. In naher Zukunft möchte er mit dem gewonnenen Geld Reisen sowie sein Masterstudium im Ausland finanzieren.

Die Sendung wird am Freitag, 19. Januar, um 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt.

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