Weihnachtsgrüße

Die Menschen hoffen auf heiße Weihnacht

24.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Aline Hartmann sendet Weihnachtsgrüße aus Kapstadt – Zum Fest ist sie schon wieder in der Heimat

Aline Hartmann (links) zusammen mit einer Freundin aus Südafrika (Mitte) und einer aus Kanada.

Seit Ende September bin ich nun in Kapstadt, Südafrika, und mache hier für drei Monate einen Freiwilligendienst in der Hilfsorganisation „Hillsong Africa Foundation“ der „Hillsong Church“. Das Ziel dieser Organisation ist es, die Leben einzelner Menschen so zu beeinflussen, dass sich nach und nach das ganze Land verändert.

In Kapstadt finden sich zahlreiche Wohnsiedlungen, die während der Apartheid zum Zweck der Rassentrennung entstanden sind. Die Menschen, die in diesen sogenannten „Townships“ leben, haben mit Armut, Drogen und Gewalt zu kämpfen. Die „Hillsong Africa Foundation“ hat zahlreiche Projekte in diesen Vierteln auf die Beine gestellt, um den Menschen Hoffnung und Unterstützung zu geben. Sie investieren vor allem in die junge Generation und da auch ich ein großes Herz für Kinder habe, arbeite ich vor allem in den Kinderprogrammen mit und habe viel Freude daran zu sehen, wie die Kleinen immer mehr aufblühen.

Die Arbeit ist jedoch nicht immer einfach und hat mich wirklich sehr geprägt. Vor allem in der Weihnachtszeit kommt es mir nun wie nie zuvor keineswegs auf die Geschenke an, sondern darauf, dass ich alles habe, was ich zum Leben brauche.

Genau andersherum als in Deutschland, ist hier an Weihnachten Sommer und die Menschen hoffen keineswegs auf weiße, sondern auf heiße Weihnachten, da hier traditionell gegrillt (sie nennen es „Braai“) und an den Strand gegangen wird.

Schon Mitte November waren die Kaufhäuser voller Weihnachtsdekorationen und auch in den Straßen wurden nach und nach die Lichterketten aufgehängt. Die Weihnachtsstimmung mag bei mir dennoch nicht so wirklich aufkommen. Während für mich in der Weihnachtszeit ein echter Baum, ein Adventskranz und ein Adventskalender nicht fehlen dürfen, haben die meisten Leute hier einen Plastikbaum, haben noch nie etwas von einem Adventskranz gehört und auch Adventskalender sind hier nur selten zu finden.

Die „Hillsong Church“ befindet sich in einem ehemaligen Nachtclub, weshalb sie von außen nicht wirklich wie eine Kirche aussieht. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten wird das Gebäude mit Lichterketten geschmückt und wenn die Beleuchtung zum ersten Mal angemacht wird, versammeln sich alle vor der Kirche und bestaunen die Lichter und das kleine Feuerwerk. Für mich war das definitiv ein Highlight in der Vorweihnachtszeit und hat wenigstens für einen kurzen Moment die Weihnachtsstimmung hervorgebracht.

Noch weihnachtlicher wird es hoffentlich beim alljährlichen Christmas Spectacular, einer Weihnachtsshow mit Musik, Tanz und Schauspiel. Sie findet am Tag vor meiner Abreise statt und ich bin schon sehr gespannt darauf. Weihnachten werde ich dann jedoch wieder mit meiner Familie in Deutschland verbringen und hoffe sehr, dass dort mit Plätzchen, einem echten Baum und vor allem mit kaltem Wetter endlich die richtige Weihnachtsstimmung aufkommt. Für mich ist Weihnachten ein Familienfest, weshalb ich froh bin, dass ich es auch dieses Jahr wieder zu Hause verbringen darf.

Was letzten Endes jedoch zählt, ist nicht die Art und Weise, auf die wir Weihnachten feiern, sondern der Grund, warum wir Weihnachten feiern, nämlich dass Jesus auf diese Erde gekommen ist. In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017!

 

Eure

Aline Hartmann

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