Weihnachtsgrüße

Das „American Winter Wonderland“ wurde mit dem ersten Schnee perfekt

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lena Hoss freut sich schon wie ein Schneekönig auf den berühmten „American Powder“-Schnee zum Skifahren

Mit amerikanischen Zutaten einen schwäbischen Gutslesteig herstellen? Definitiv eine Herausforderung. Aber machbar – diese Erfahrung hat Lena Hoss (Bildmitte) beim Backen mit Kollegin Wendy (rechts) und deren Freundin Halee (links) gemacht.

Das war mir von Anfang an klar: Die Entscheidung, für sechs Monate nach Amerika zu gehen, würde ich nicht bereuen. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte ich begonnen, mich ernsthaft hiermit zu beschäftigen. Die Firma Rampf, für die ich seit sechs Jahren in Grafenberg arbeite, hat eine Niederlassung in Wixom, Michigan, rund 40 Minuten nordwestlich von Detroit. „Das wär’ doch was“, dachte ich mir.

Und schwuppdiwupp befinde ich mich nun im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und unterstütze meine US-amerikanischen Kollegen bei ihren Marketing- und Vertriebsaktivitäten.

Ich habe mich bewusst für die Winterzeit entschieden, da ich von klein auf eine leidenschaftliche Skifahrerin bin und unbedingt den berühmten „American Powder“-Pulverschnee erleben wollte – Halloween, Thanksgiving und Christmas inklusive!

Hier in Amerika fängt Weihnachten quasi schon während Halloween an, also bereits vor dem 31. Oktober. Der Halloween-Schnickschnack ist noch nicht einmal ganz aus den Einkaufsläden verschwunden, da wird schon für Weihnachten aufgefahren, die ersten Radiosender spielen den ganzen Tag Weihnachtslieder – für meinen Geschmack viel zu früh.

Die Amerikaner sind zu Weihnachten wahre Dekorationskünstler. Die Häuser und Bürogebäude werden wie wild geschmückt mit bunten Lichterketten, wild blinkenden Weihnachtsmännern, Rentieren und Weihnachtsbäumen.

In einigen Apartmentanlagen wird sogar ein Tag bestimmt, an dem alle Wohnungen gleichzeitig dekoriert werden, manchmal gibt es sogar ein gemeinsames Dekorationsmotto.

Der ganze große Zauber – wortwörtlich – beginnt dann am 20. November, wenn in Downtown Detroit ein rund 18 Meter hoher Weihnachtsbaum zum Leuchten gebracht wird. Die Zeremonie wird umrahmt mit Musik- und Eiskunstlaufdarbietungen, ein lokaler Fernsehsender überträgt live in alle Haushalte rund um Detroit. Passend zur Jahreszeit hat es einen Tag später dann angefangen zu schneien. Endlich! Während ich Anfang November noch im T-Shirt unterwegs war, wurde es Ende des Monats kalt und der sehnlichst erwünschte Schnee fiel vom Himmel herab. Nachdem es den ganzen Tag munter geschneit hatte und am nächsten Morgen dann die Sonne schien, war mein „American Winter Wonderland“ perfekt.

An diesem Tag haben mich meine Kollegin Wendy und ihre Freundin Halee mit einem Weihnachtsbaum überrascht; sie wollten, dass ich mich wie zu Hause fühle, was sie auch geschafft haben. Nachdem wir gemeinsam den Baum geschmückt hatten, ging es los mit der deutsch-amerikanischen Weihnachtsbäckerei.

Mit amerikanischen Zutaten einen schwäbischen Gutslesteig herstellen? Definitiv eine Herausforderung. Aber machbar.

Sehr amüsant ist für mich die Tatsache, dass die Amerikaner zu 100 Prozent hinter ihren geliebten sogenannten „Ugly Christmas Sweaters“, ihren hässlichen Weihnachtspullovern stehen.

Die Pullis sind ab Mitte November nicht mehr wegzudenken und werden zu allen möglichen Gelegenheiten getragen. Es gibt sogar „Ugly Sweater Partys“, bei denen der schönste hässlichste Pullover prämiert wird. Ich selbst bin auch zu so einer Party eingeladen und schon gespannt, was mich dort erwartet!

Das amerikanische Thanksgiving, der letzte Donnerstag im November, ist wirklich beeindruckend – und lässt vermuten, wie es an Weihnachten in den amerikanischen Haushalten zugehen wird. Die Mütter stehen den ganzen Morgen in der Küche und bereiten den Truthahn und etliche Beilagen zu. Ab und an wird aber auch auf einen lokalen Lieferservice zurückgegriffen, der dann das komplette Essen verzehrfertig liefert.

Etliche Familienmitglieder und Freunde des Hauses finden sich vor dem Fernseher ein und schauen American Football – eine Tradition an Thanksgiving. Um die Nachmittagszeit wird dann an einer großen Tafel gegessen, später geht es mit einem überladenen Teller viel zu süßer Leckereien wie Pumpkin Pie, Apple Pie und selbstgemachten Brownies zurück vor den Fernseher.

Weihnachten werde ich dieses Jahr mit der Familie meiner Kollegin Wendy verbringen. Ich bin schon gespannt, was ich da alles erleben werde!

In diesem Sinne möchte ich meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten sowie allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.

 

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