Weihnachtsgrüße

Cocktails schlürfen am Strand von Fiji

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Philipp Deiana verbringt ein Jahr im Land der Hobbits, weilt aber über die Festtage in der Südsee

Philipp Deiana ist so begeistert von seiner Reise und dem Arbeiten in Neuseeland, dass er jedem empfiehlt, die Welt zu erkunden.

Es ist schon seltsam, während der Weihnachtszeit durch die Städte Neuseelands zu spazieren. Klar, es ist alles schön weihnachtlich geschmückt, es klebt künstlicher Schnee an den Schaufenstern und die klassischen Christmas-Hits werden im Radio rauf und runter geleiert. Also wieso seltsam, denkt ihr euch? Ganz einfach: Weil ich in TShirt, Shorts und Flip-Flops vor den Schaufenstern stehe. Ich suche mir oft schattigere Plätzchen, damit sich mein Sonnenbrand nicht verschlimmert und schaue den Palmenblättern zu, wie sie im Sommerwind am Strand wehen. In Neuseeland ist es mit den Jahreszeiten exakt umgekehrt im Vergleich zum jetzt kalten Deutschland.

Es ist witzig mit anzusehen, wie die Neuseeländer zwanghaft versuchen, die Weihnachtszeit einzuläuten. Der Weihnachtsmann ist meistens in Badehosen abgebildet und an Palmen hängt Lametta.

Ich genieße momentan bei hohen Temperaturen und viel Sonnenschein die einzigartigen und atemberaubenden Landschaften und mit jedem Tag, der vergeht, verstehe ich mehr, weshalb der berühmte Filmproduzent Peter Jackson hauptsächlich hier seine Filme, wie „Der Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“, drehte. Das Reisen bereitet mir in Neuseeland so viel Freude, dass ich am liebsten hier bleiben möchte. Die Mentalität der Einwohner ist so viel entspannter und gelassener, dass einem Sorgen wie Schneeflocken von der Seele fallen.

Ich bin hier im Land der Kiwis, weil ich nach dem stressigen Abitur ein Jährchen die Welt sehen möchte und nicht sofort in das Arbeits- oder Unileben einspringen wollte. Deshalb startete ich ein „Work and Travel“-Auslandsjahr. Und bisher bereue ich absolut nichts.

Ich lernte viele neue Menschen kennen, traf aber auch auf bereits bekannte. Ich habe Orte gesehen, die von solch einer Schönheit geprägt sind, dass sie nicht auf Bildern festzuhalten ist. Aber all das ist natürlich nicht möglich, wenn man kein Geld hat. Und da es ja „Work and Travel“ heißt, gehört auch eben auch die Arbeit dazu, um sich eine solche Reise finanzieren zu können. So arbeitete ich in meiner ersten Zeit hier an der Rezeption eines netten Hostels (mit nicht so netter Chefin) und bekam für wenig Arbeitszeit freie Unterkunft. Nebenbei arbeitete ich aber auch als Lifeguard in einer Führungsposition. Ich war dort in Schwimmkursen, an der Rezeption und als Supervisor tätig. Ich muss zugeben, dass mir das Arbeiten fast so viel Spaß gemacht hat wie jetzt das Reisen, da ich von den besten Kollegen umgeben war. Ein wahrhaft familiäres Team!

Ich beendete jedoch beide Jobs, da ich den Sommer lieber zum Reisen nutzen möchte. Und nun bin ich schon seit mehreren Wochen mit einem alten Leidensgefährten aus der Schulzeit unterwegs und mache die Insel unsicher. Das Spektrum unserer Abenteuer reicht von „A“ wie „Ausgesetzt am Forgotten World Highway“ bis hin zu „Z“ wie „Zu wenig Kondition für das Tongariro Alpine Crossing“. Natürlich betrachteten wir auch als leidenschaftliche Nerds einige „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Drehorte. Faszination wurde aber auch oft durch aufschießende Geysire, bunt angelegte Parks oder imposante Wasserfällen ausgelöst.

Meine nächsten Pläne sehen wie folgt aus: Wenn ihr diesen Artikel lest, werde ich schon Cocktails schlürfend am Strand auf Fiji liegen, anschließend komme ich nach Neuseeland zurück, um noch einmal zu arbeiten. Was oder wo steht noch in den Sternen. Danach ist das Reisen aber noch nicht beendet. Es geht weiter nach Australien, sodass ich mal mit einem Känguru boxen kann. Daraufhin werde ich noch einen Stopp in Thailand machen.

Und letzten Endes trete ich wohl meine Rückreise nach Deutschland an, um all meine Freunde und Familie wiederzusehen, die mich hoffentlich noch nicht vergessen haben. Bisher kann ich es nur jedem empfehlen zu reisen. Besonders aber den Schülern, die noch nicht wissen, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. Die Welt bietet noch so viel mehr und das Leben sollte nicht immer hinter den eigenen Mauern verschwendet werden. „The world is a book and those who do not travel see only one page.“

Mit diesen Worten wünsche ich euch zu Hause wunderschöne Weihnachten und eine erfolgreiche Bescherung.

Ich werde hier meinen Weihnachtstee trinken, wobei ich zu einem Glühwein mit ordentlichem Schuss vom Weihnachtsmarkt auch nicht Nein sagen würde.

 

Frohe Weihnachten und liebe Grüße von Philipp Deiana

Weihnachtsgrüße aus aller Welt