Reportage

Schwäbische Austern Warum Schnecken katholisch sind und bestimmte Arten als „sauber“ gelten – Ein Besuch bei Rita Goller in ihrer Schneckenfarm auf der Schwäbischen Alb Von Gaby Kiedaisch

13.01.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Hirschhaldenweg 22 hält man vergeblich Ausschau nach einem Wohnhaus oder einem anderen festen Gebäude. Außer ein paar Feldscheunen gibt es weit und breit nur Äcker, Wiesen und Wälder. Deshalb ist es gar nicht so einfach Rita Gollers Schneckenfarm zu finden. Nach einigem Suchen steht man dann doch davor. Am Gartentor begrüßt eine bunte Schnecke aus Holz freundlich die Besucher.

Die Schnecke ist wie die Maultasche: ein Herrgotts b’scheißerle

In Parzellen mit Sonnenblumen und Kräutern reifen die Schnecken heran.

„Warum sind Schnecken katholisch?“, verblüfft schauen die drei Besucher die Schneckenzüchterin an. Die Antwort ist so genial wie einfach zugleich. Streng gläubige Katholiken verzichten noch heute auf Fleisch an Karfreitag und in der Fastenzeit. Nicht darauf verzichten wollte man schon im Mittelalter auf Schnecken, denn die waren vom Fleischverbot ausgenommen und konnten deshalb ohne schlechtes Gewissen verspeist werden. Das machten sich schon früh Mönche zu nutze. Bis nach Paris und Wien wurden Millionen von Schnecken in jeder Saison von der Schwäbischen Alb verkauft und ausgeliefert. Mit den Ulmer Schachteln wurden sie in Fässern auf der Donau transportiert. Weinbergschnecken galten weithin als Delikatesse, weshalb sie den Beinamen „Schwäbische Auster“ tragen.

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