Reportage

Meine Schuhe

28.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nun steht ihr da am Straßenrand, hingestellt von meiner Hand. Zerdrückt und ausgelatscht ein jeder nach so viel hundert Kilometer. Die Sohlen glatt und abgerissen, das Innenfutter ganz zerschlissen. So lange habt ihr mich getragen an trockenen und nassen Tagen. Zu loben wäre noch dabei: Ich ging mit euch stets blasenfrei. Doch eins verschweige ich auch nicht, zum Schluss wart ihr nicht mehr ganz       dicht. So glänzend neu und unbefleckt im Laden hab ich euch entdeckt. Ihr wart sehr schön anzuseh’n, konnt’ wie auf Wolken in euch geh’n. Doch so ist es im Leben halt, alles was neu ist wird auch alt. Und kommt mal einer hier vorbei, der euch da stehen sieht, euch zwei. Er schlüpfte in die Schuhe rein, oho! sie passen ungemein. Der nehme sie mit aus freiem Stück, ich wünsche ihm damit viel Glück. Ein wenig Wehmut kommt ins Herz, ’ne kleine Träne Abschiedsschmerz. Ich dreh mich um und seh euch stehen, denn ohne mich könnt ihr nicht gehen. Ein letzter Gruß, Tschüss also dann, mit neuen Schuhen geht’s voran.

 

Andreas Haussmann

Reportagen

Es ist Zeit, umzukehren

Camino revolta: Der Nürtinger Künstler Andreas Mayer-Brennenstuhl und der Dresdner Musiker Andreas Zöllner gingen den Jakobsweg in entgegengesetzter Richtung – und wollten damit ein Zeichen für ein gesellschaftliches Umdenken setzen.

Wenn die Jakobsweg-Pilger an der…

Weiterlesen

Weitere Seiten zum Wochenende Alle Seiten zum Wochenende