Paulas Nachrichten

Zwischen Kunstwerk und Arztpraxis – die Arbeit einer Kunstagentin

22.06.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Woher kriegt man eigentlich ein tolles Gemälde? Das weiß Birgit Willmer. Sie ist Kunstagentin. Das heißt, sie verkauft Kunstwerke – oder vermietet sie. Wie das geht, erfährst du hier.

Kunstagentin Birgit Willmer. Sie verkauft Kunstwerke – oder vermietet sie. Foto: Maria Rossbauer

Wenn Birgit Willmer mit ihren Freunden durch die Straßen von Berlin läuft, bleibt sie manchmal plötzlich stehen. Zum Beispiel, wenn sie einen Laden sieht mit einem tollen Bild im Schaufenster. „Ich lauf dann einfach rein und frag den Künstler nach seiner Telefonnummer“, erzählt Birgit Willmer. Sie ist nämlich Kunstagentin. Das heißt, sie versucht, Kunstwerke wie Fotos, Gemälde oder Schnitzereien an Leute zu vermitteln. Diese Leute kaufen oder mieten die Kunstwerke. Und dafür ist sie immer auf der Suche nach neuen Künstlern. „Meistens bin ich auf Märkten oder auf Kunstfesten unterwegs“, sagt Birgit Willmer. Mit der Kamera bewaffnet läuft sie dort von Stand zu Stand. Wenn ihr Sachen gefallen, spricht sie mit den Künstlern. Sie knipst ein paar Fotos der Bilder oder Figuren und nimmt sie in ihre Künstler-Kartei auf. „Das ist noch ein ganz altmodischer Karteikasten“, sagt Birgit Willmer und lacht. Dort hat sie die Visitenkarten der Künstler drin, alphabetisch sortiert. Dazu sammelt die Agentin Fotos der Kunstwerke auf ihrem Computer. „Manchmal schreiben mir auch Künstler, ob ich sie aufnehmen kann“, sagt die Agentin. „Wenn mir deren Arbeiten gefallen, mach ich das auch.“ Die Kunst der Künstler in ihrer Kartei versucht Birgit Willmer dann zu vermitteln. Das läuft zum Beispiel so: Wenn eine Ärztin in ihrem Wartezimmer Kunstwerke aufhängen will, ruft sie Birgit Willmer an. Die fährt dann in die Praxis, guckt sich den Raum an, misst ihn aus und macht Fotos. Zu Hause setzt sich Birgit Willmer dann an ihren Karteikasten. Sie guckt ihre Künstler durch und überlegt, welche Arbeiten in das Zimmer passen würden. Dann schlägt sie der Ärztin ein paar Bilder vor. Die sucht sich etwas aus – und schon wird aufgehängt.

„Die meisten, an die ich vermittle, sind Arztpraxen, Anwälte oder Banken“, sagt Birgit Willmer. Sie kaufen die Bilder den Künstlern ab – und Birgit Willmer kriegt einen Anteil von dem Geld. Oder: Sie zahlen monatlich Miete für die Bilder. „So können die Leute die Bilder zum Beispiel alle paar Monate austauschen“, erzählt die Agentin.

An die 70 Künstler hat Birgit Willmer in ihrem Karteikasten. Die meisten wohnen in Berlin und malen Bilder. Doch es sind auch Holzschnitzer dabei, oder welche, die Skulpturen aus Gips machen. „Ich habe auch Zauberer in meiner Kartei“, erzählt die Agentin. Von all ihren Künstlern ist Birgit Willmer selbst richtig begeistert. „Manchmal ist es dann schon frustrierend, wenn ich großartige Künstler habe, aber einfach keiner die Bilder kaufen will“, erzählt sie. „Aber man kann das eben nie so genau sagen, welcher Künstler berühmt wird und welcher nicht.“

Und trotzdem: Birgit Willmer findet ihren Job prima. „Ich kann ja selber überhaupt nicht malen“, erzählt sie und lacht. „Aber ich mag einfach Kunst.“

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