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Zwischen Insekten und Schlangen: Rüdiger Nehberg

27.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie sich das wohl anfühlt, von einer Rie- senschlange gewürgt zu werden? Der Abenteurer Rüdiger Nehberg wollte es wirklich wissen. Er zog sich eine dicke Jacke als Schutz an und fand einen Freund, der auf ihn aufpasste.

Dann ließ er zu, dass sich eine meterlange Würgeschlange um seinen Körper schlang und sich immer enger um ihn schnürte. Bevor es zu spät war, habe sein Freund die Schlange vom Schwanz her wieder abgewickelt, erzählt Rüdiger Nehberg. Er hat überlebt. Inzwischen ist er 75 Jahre alt.

Mit seinen kurzen weißen Haaren, der runden Brille und dem breiten Grinsen sieht der Abenteurer aus wie ein ganz normaler, netter Opa. Aber er ist alles andere als normal. Dafür hat er schon viel zu viele verrückte Sachen gemacht.

Nur in T-Shirt, Badehose und Turnschuhen setzte ihn zum Beispiel ein Hubschrauber vor acht Jahren irgendwo im Urwald in Südamerika ab. Rüdiger Nehberg wollte beweisen, dass er ganz ohne Ausrüstung aus der Wildnis herausfindet. Auch Müsliriegel und Butterbrot ließ er zu Hause. Alles, was er brauchte, wollte er sich im Wald suchen. Dafür hatte er viel über Tiere und Pflanzen gelesen und sich von Indianern ihre Tricks zeigen lassen. Denn ein Abenteuer muss man gut planen und vorbereiten, sagt Rüdiger Nehberg.

Im Urwald musste er aber auch Unbekanntes probieren, um nicht zu verhungern – zum Beispiel die fingerdicken Larven, die er in verfaulten Nüssen fand. Eklig? Nicht für Rüdiger Nehberg: „Das ist das leckerste Insekt aller Zeiten! Wie Kokosnusspudding: cremig, fettig, süßlich.“

Manchmal schüttelt es einen, wenn Rüdiger Nehberg von seinen Geschichten erzählt. Mal schlägt er auf den Tisch, sodass der Zuhörer zusammenzuckt. Dann springt er plötzlich auf, um eines seiner Erinnerungsstücke zu zeigen: etwa eine indianische Hängematte, eine Schlangenhaut oder ein selbst gebasteltes Boot.

So ein Boot hat ihm auf einem großen Fluss in Afrika mehrmals das Leben gerettet. Jeden Tag griffen ihn hungrige Krokodile an. „Ein Paddelboot bekommt man ja – zack – durchgebissen und gedreht. Unser Boot war aber mehr quadratisch als elegant. Dadurch bekamen die Krokodile das nicht umgeworfen.“ Stattdessen hätten sich einige an dem harten Material die Zähne abgebrochen.

Falls ihr euch mal im Wald verlauft, hier einige Tipps: Findet den Weg! Konzentriert euch ganz genau: Wann und wo habt ihr euch verlaufen? Wenn ihr meint, ihr seid 20 Minuten lang hinter einem Hasen hergerannt, dann berechnet die Zeit, die ihr für die Strecke bräuchtet, wenn ihr langsam geht. Vielleicht das Dreifache. Innerhalb einer Stunde müsstet ihr also den Weg wiederfinden, wenn die Richtung stimmt. Um die richtige Richtung zu finden, gibt es einen Trick: Ihr legt vier Stöcke als Kreuz auf den Boden. Dann geht ihr eine Stunde lang geradeaus in eine der Richtungen. Wenn ihr den Weg so nicht findet, geht ihr zurück, nehmt den Stock weg und geht in die nächste Richtung. Das wiederholt ihr so lange, bis ihr den Weg entdeckt.

Wasser und Licht führen zu Menschen! Wenn es trotzdem nicht klappt, haltet euch an folgende Regel: Wenn das Gelände hügelig ist, geht bergab! Denn im Tal läuft fast immer ein Bach. Und Wasser führt zu Menschen. Auf diese Weise ist auch Rüdiger Nehberg ohne Karte und ohne Kompass aus dem Urwald gekommen. Abends könnt ihr auch nach einem Lichtschein Ausschau halten. Denn auch dort sind in der Regel Menschen.

Macht auf euch aufmerksam! Wahrscheinlich werden auch eure Eltern und Freunde nach euch suchen. Ihr solltet ihnen ein Signal geben, zum Beispiel mit einer Taschenlampe. Wenn ihr keine dabeihabt, könnt ihr auch versuchen, ein kleines Feuer zu machen. Aber Vorsicht: Legt keinen Waldbrand! Passt also unbedingt auf, dass in der Umgebung keine trockenen Gräser oder Hölzer sind! Und löscht das Feuer, bevor ihr weiterzieht!

Nicht aufregen! Wenn ihr überhaupt nicht mehr weiterwisst: keine Panik! Ein Mensch kann viele Tage ohne Nahrung überleben. Es ist aber wichtig, warm über die Nacht zu kommen, sagt Rüdiger Nehberg. Wenn es dunkel wird, solltet ihr euch deshalb um einen warmen Schlafplatz kümmern. Sucht euch eine Astgabel, die aussieht wie eine Eins. Damit könnt ihr ein tiefes Loch scharren. Das füllt ihr zum Beispiel mit Blättern und Moos. Und da kuschelt ihr euch dann rein.

Lachend beobachtet der Abenteurer Rüdiger Nehberg eine riesige Vogelspinne, die er sich auf den Kopf gesetzt hat. Foto: Kay Nietfeld

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