Paulas Nachrichten

Zum Alphornspielen braucht man Platz

02.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wenn die Brüder Lucas, Thomas und Nicolas zusammen Musik machen, brauchen sie viel Platz. Denn die drei Jungen aus Dietmannsried im Allgäu in Bayern spielen Alphorn.

Und dieses Instrument kann schon mal über dreieinhalb Meter lang sein. Als der 12 Jahre alte Lucas sein Alphorn ins Wohnzimmer trägt, bleibt er auch gleich mal an der Deckenlampe hängen. In aller Ruhe stellen sich die Brüder mit ihren Instrumenten nebeneinander auf. Ihre Alphörner reichen von der Wand durch den gesamten Raum bis zum Wohnzimmertisch. Konzentriert pressen die drei ihre Lippen an das Mundstück ihrer Hörner – und dann ertönt ein Ton. Es ist ein satter, tiefer und sehr angenehmer Ton, den man sofort im Bauch spürt – und der auf dem ganzen Körper Gänsehaut macht.

„Das ist das Besondere am Alphorn“, sind sich die Brüder einig. „Vor allem, wenn man mehrere zusammen hört. Alleine klingt es eigentlich zu dünn.“ Obwohl sie schon seit drei Jahren Alphorn spielen, bekommen auch die drei Jungen bei manchen Auftritten noch eine Gänsehaut.

„Am schönsten ist es, wenn wir in den Bergen spielen. Da kann sich der Ton richtig entfalten und hallt lange nach“, sagt der 15 Jahre alte Thomas. Ein besonderes Erlebnis ist für ihn und seine Brüder das große Alphornbläsertreffen. Das findet jeden Sommer im Allgäu statt. Bis zu 300 Alphörner sind dann zusammen zu hören. „Da mittendrin zu stehen und mitzuspielen ist einfach toll“, schwärmt Lucas.

Im Alpenraum ist das Alphorn ein Instrument, das zum Brauchtum dazugehört. Bei den Auftritten ist es daher üblich, dass die Musiker eine Tracht tragen – egal ob bei Konzerten, Gottesdiensten, Hochzeiten oder auf Geburtstagen. Sie ziehen dann zum Beispiel eine Lederhose an. Den drei Brüdern macht das nichts aus. „Das gehört einfach dazu“, sagen sie.

Wer allerdings meint, dass man auf einem Alphorn nur traditionelle Alpenmusik spielen kann, irrt sich gewaltig. „Es geht auch peppiger“, erzählt Thomas. „Wir spielen auch Pop, Polka und Blues.“

Thomas, Nicolas und Lucas Wagner (von links) spielen seit drei Jahren Alphorn. Foto: Birgit Klimke

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