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Zugreifen mit der bionischen Hand

27.02.2016, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Moderne Roboter-Hand kann viele Bewegungen ausführen – Manchmal ist sie sogar richtig praktisch

Bertolt Meyer ist ohne linken Unterarm auf die Welt gekommen. Seit er denken kann, ersetzen Prothesen seine fehlende Hand.

„Die meisten Leute sind neugierig und fragen, was diese Technik alles kann. Seitdem ich die bionische Hand trage, ist mir meine Behinderung nicht mehr unangenehm“, sagt Bertolt Meyer. Foto: Philipp Brandstädter

Wenn Bertolt Meyer Spaghetti kocht, könnte er die Nudeln mit seinen Fingern aus dem kochenden Wasser holen. Er würde sich nicht verbrühen. Denn die linke Hand von Bertolt ist keine gewöhnliche Hand. Sie sieht aus wie eine Roboter-Hand und ist bionisch.

Bionik ist ein Bereich der Wissenschaft. Dort schaut sich die Technik etwas von der Natur ab. Die Roboter-Hand soll sich zum Beispiel möglichst so bewegen wie eine echte. Dafür ist hochmoderne Technik wichtig. Bertolts metallene Roboter-Hand besitzt Elektro-Motoren, die beim Bewegen helfen. Die ganze Hand steckt dabei unter einer durchsichtigen Gummihaut.

Ohne linken Unterarm geboren

Bertolt wurde ohne linken Unterarm geboren. Sein Leben lang haben Prothesen seine Hand ersetzt. Zuerst waren es Haken oder Hände aus Gummi. Doch die bionische Hand, die er jetzt besitzt, ist moderner.

Bertolt steuert sie mithilfe seiner Muskeln am Arm. Spannt er den Arm an, schließt die Hand sich zum Beispiel. Dabei helfen auch Elektro-Motoren. Das ermöglicht, dass Bertolt Gegenstände greifen kann.

„Das war gar nicht so einfach, meine Muskeln am linken Arm für die Hand zu benutzen“, sagt er. „Schließlich habe ich die Muskeln vorher nicht gebraucht.“ Da müsse man erst viel üben. Doch irgendwann funktioniere das wie von selbst, erklärt Bertolt.

Ein bisschen so, wie wenn man lernt, mit den Ohren zu wackeln. Durch die Steuerung mithilfe seiner Muskeln am Arm und Programmen in der bionischen Hand kann Bertolt alle fünf Finger bewegen. Das macht seinen Alltag viel leichter. Bertolt kann Auto fahren, sich die Schuhe zubinden oder eine Tasse halten – ohne Angst zu haben, sie könnte herunterfallen.

Prothese kann keinen echten Arm ersetzen

Natürlich kann Bertolts Prothese keinen echten Arm ersetzen. So kann er zum Beispiel nicht klettern gehen oder schwere Sachen tragen.

Denn die Prothese ist nicht fest mit Bertolt verbunden. Sie würde abrutschen, weil sie nur aufgesteckt ist. Trotzdem ist Bertolt unheimlich froh über die Fortschritte in der Technik. Etwa auch darüber, dass er mit seinem bionischen Zeigefinger jetzt auch sein Smartphone bedienen kann. Das Beste an der künstlichen Hand ist aber: „Ich schäme mich nicht mehr für sie“, sagt Bertolt. „Früher wurde ich oft bemitleidet. Das war blöd. Ich bin schließlich nicht krank. Mir fehlt bloß ein Stück.“

Früher versteckte er seine alten Prothesen lieber. Das tut er heute nicht mehr. „Die meisten Leute sind neugierig und fragen, was diese Technik alles kann. Seitdem ich die bionische Hand trage, ist mir meine Behinderung nicht mehr unangenehm.“

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