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Zu Besuch beim Bürstenmacher

28.07.2018, Von Karlotta Ehrenberg — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Handgemachte Bürsten und Besen sind inzwischen etwas Besonderes

Wir benutzen sie jeden Tag: Besen und Bürsten. Früher wurden sie mit der Hand gemacht. Volker Schröder beherrscht das alte Handwerk noch heute. Wir haben den Bürstenmacher besucht.

Wenn es samstags schön ist, dann fährt Volker Schröder mit einem Handkarren auf einen Berliner Wochenmarkt. Der Mann wird auch Bürsten-Schröder genannt. Denn er bietet eine große Auswahl von Bürsten und Besen an. Viele davon macht der 75-jährige Mann selbst – und zwar direkt vor Ort.

Die Rosshaare, die in die Löcher eingezogen werden, müssen doppelt so lang sein wie die Länge, die man braucht. Foto: Karlotta Ehrenberg

Immer wieder wundern sich Leute über seinen Stand. Denn Herr Schröder fertigt Gebrauchsgegenstände, die heute massenweise in Fabriken hergestellt und billig verkauft werden.

Uropa, Opa und Vater waren Bürstenmacher

Sein Urgroßvater hat das Gewerbe 1866 angemeldet, also vor mehr als 150 Jahren. Sein Großvater hat es fortgeführt, dann kam sein Vater. Von ihm hat der Mann das Handwerk gelernt.

Die Leute können ihm bei der Arbeit zugucken

Immer wieder bleiben Leute stehen, um Bürsten-Schröder bei der Arbeit zuzusehen.

Gerade schickt er sich an, einen kleinen Kinderbesen zu fertigen. Dazu nimmt er einen Rohling aus Holz, in den viele kleine Löcher gebohrt sind. In die werden nun Rossschweifhaare, also die Haare vom Schwanz eines Pferdes, mittels eines Drahtes eingezogen.

Herr Schröder macht dafür eine Schlaufe in den Draht. „Die Löcher sind unten weit und oben eng. So werden die Haare eingeklemmt“, erklärt er. Wenn eine Reihe fertig ist, schneidet er die Haare auf eine Länge. Sind alle Haare eingezogen, wird auf den Rohling ein Deckel geschraubt. In dem kann dann der Besenstil befestigt werden.

Bis es so weit ist, dauert es aber noch. Zu oft wird Bürsten-Schröder durch die Fragen seiner Zuschauer abgelenkt. Und er muss auch Kundschaft beraten. Neben den üblichen Besen, Handfegern und Bürsten für Nägel, Haare, Schuhe und zum Spülen gibt es noch einige Produkte, die man nicht überall bekommt.

Ein Garantieschein für Reparaturen

Sehr gefragt ist etwa ein Feger, mit dem man Spinnweben von Wänden und Decken entfernen kann. Dazu gibt es auch einen Garantieschein. „Da ziehe ich neue Haare ein, wenn die alten abgenutzt sind“ sagt Herr Schröder. Denn er findet es nicht gut, wenn Dinge einfach weggeschmissen werden, weil es billig ist, neue zu kaufen.

Herr Schröder hat sogar eine Bürste erfunden: die sogenannte Analbürste, um das Hinterteil zu reinigen.

Die Haare der Bürste sind dachförmig zugeschnitten, sodass man sie gut in die Pofalte bekommt. Sie ist jedoch kein Ersatz für Klopapier. „Benutzt wird die Bürste aber selten“, glaubt Bürsten-Schröder: „Die meisten Leute kaufen sie wohl nur als Scherzartikel.“

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