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Zootierärztin: Baumstachler als Patienten

08.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Einfache Erkältungen, Durchfall, kleine und große Wunden: Sie hat immer genug zu tun. Letztens hat sich zum Beispiel ein Flusspferd den Backenzahn abgebrochen. Pia Krawinkel ist Tierärztin im Zoo. Das ist manchmal ein kniffliger Job.

Was für eine stachelige Angelegenheit! Zootierärztin Pia Krawinkel muss einen drei Wochen alten Baumstachler untersuchen. Der sieht zwar ziemlich kuschelig aus, kann aber ganz schön pieksen. „Die Stacheln vom Baumstachler sind das Fieseste, was es gibt“, sagt die 46-Jährige. Sie arbeitet in einem Zoo im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Wenn sich diese Stacheln in die Haut bohren, tut es ganz schön weh. Deshalb hat Pia Krawinkel nicht nur ihren schweren Medizinkoffer, sondern auch ein Paar extra dicke Handschuhe mitgebracht. Sie will gucken, ob der kleine Baumstachler fit ist. „Wenn wir Glück haben und er still hält, kann ich ihn sogar wiegen“, sagt die Expertin. Außerdem bekommt das junge Tier auch einen Chip als Erkennungsmarke und eine Spritze mit Vitaminen. Und sogar das Wiegen klappt: 870 Gramm bringt der Kleine auf die Waage. Der Baumstachler ist einer von vielen Patienten, die Pia Krawinkel betreut.

Nicht bei allen Tieren geht das Untersuchen so leicht wie beim Baumstachler. Je größer und gefährlicher ein Tier ist, desto schwieriger wird’s. An einen Löwen kommt sie zum Beispiel gar nicht nah genug ran, um ihm eine Spritze zu geben. Für solche Fälle hat Pia Krawinkel dann ein Blasrohr. «Da kommt eine fliegende Spritze raus, wie ein Pfeil», erklärt die Ärztin.

Manche Tiere müssen auch eine Narkose bekommen, wenn sie operiert werden. Wenn sie während der Operation wach würden, könnte es für Pia Krawinkel ganz schön gefährlich werden. «Ich habe keine Angst, aber Respekt», sagt sie. Vor allem vor den Orang-Utans. «Die sind sehr gefährlich, kräftig und intelligent», sagt die Fachfrau. Während der Operation hält dem Orang-Utan deshalb immer ein Tierpfleger die Hand. Wenn die Hand zuckt, merkt man, dass der Menschenaffe wach wird. Und dann muss die Ärztin schnell handeln.

Zootierärztin Pia Krawinkel gibt einem kleinen Baumstachler eine Vitaminspritze. Tierpflegerin Melanie Ruthemann hält den Baumstachler mit Handschuhen fest. Baumstachler können bis zu 30 000 Stacheln haben, die böse pieksen können. Foto: Katharina Heimeier

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