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Zeit zum Nachdenken Am kommenden Mittwoch ist der letzte Tag des Ramadan, dann kommt das Zuckerfest

03.08.2013, Von Christoph Meyer Stuttgart — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tagsüber wird gefastet. Es wird weder gegessen noch getrunken. Dennoch ist der Fastenmonat Ramadan keine traurige Zeit. Es ist eine Zeit, in der gläubige Muslime besonders freundlich sind und spätabends gemeinsam feiern.

Für das Fest des Fastenbrechens machen sich die Familienmitglieder so richtig schön. Man zieht festliche Kleidung an. Manche Mädchen und Frauen bemalen ihre Hände und Füße mit Henna-Mustern. Henna ist eine Pflanze, die Haut, Haare und Stoffe färbt Foto: dpa

 

Den ganzen Tag nichts essen, nichts trinken. Ganz schön schwer, wenn der Hunger kommt und der Durst. Trotzdem freuen sich die meisten Anhänger der Religion des Islams – Muslime genannt – auf den Ramadan. Warum ist das so?

Wer Muslime fragt, hört immer wieder, dass der Ramadan, der dieses Jahr am 7. August endet, eine besonders schöne Zeit ist. Die Menschen fühlen sich Gott näher, weil sie sich nicht darum kümmern müssen, was sie essen oder trinken. Sie haben Zeit, darüber nachzudenken, wie sie sich ihren Mitmenschen gegenüber verhalten haben.

War ich gestern freundlich zu meinem Nachbarn? – Das könnte eine Frage sein, die man sich im Ramadan stellt. Deswegen strengen sich Muslime besonders an, nett zu sein und anderen etwas Gutes zu tun. Und das wirkt sich positiv aus. Wer mag es schon, wenn Leute unfreundlich sind? Zum Ramadan gehört zudem, dass man armen Menschen hilft.

Sobald die Sonne untergegangen ist, darf wieder etwas gegessen werden. Dann strömt die ganze Familie zusammen. Gute Sachen kommen auf den Tisch. Auch Gäste werden eingeladen, egal welcher Religion sie angehören.

In islamischen Ländern, zum Beispiel in Ägypten, wo es auch nachts warm ist, gehen die Leute im Ramadan abends gerne auf die Straße. Weil das viele machen, geht es oft zu wie bei einem Volksfest. Straßenhändler verkaufen salzige und süße Speisen. An den Häusern hängen bunte Ramadan-Laternen.

Am Ende des Fastenmonats feiern Muslime ein dreitägiges Fest: das Fest des Fastenbrechens, auch Zuckerfest genannt. Dann besuchen die Leute ihre Freunde und Verwandten. Kinder mögen dieses Fest besonders gern. Wie an Weihnachten bekommen sie zum Zuckerfest Geschenke von ihren Eltern.

Aber warum ist der Ramadan eigentlich so wichtig für Muslime? In diesem Monat – so glauben sie – hat Gott damit begonnen, den Koran zum Propheten Mohammed zu senden. Der Koran ist die Heilige Schrift des Islam. Er soll dem Propheten vor mehr als 1400 Jahren in einer Höhle nahe der arabischen Stadt Mekka gesandt worden sein. Der Engel Gabriel soll ihn dem Propheten Stück für Stück gebracht haben.

Bei der ersten Begegnung der beiden in einer Ramadan-Nacht soll der Engel zu Mohammed gesagt haben: „Lies.“ Doch der Prophet konnte nicht lesen. Dass er den Koran schließlich doch lesen konnte, zeigt, dass der Koran wirklich eine göttliche Botschaft ist. So denken die Muslime.

Welche Nacht im Ramadan das gewesen ist, weiß niemand. Aber es soll eine der letzten zehn Nächte im Ramadan gewesen sein. Sie wird „Nacht der Macht“ genannt. Die Muslime glauben, dass es in dieser Nacht noch wichtiger ist, ein guter Mensch zu sein. Deswegen verbringen sie in den letzten zehn Ramadan-Tagen viel Zeit in der Moschee, um zu beten.

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