Paulas Nachrichten

Worüber andere Länder lachen

13.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hi, hi, hi. Manchmal ist ein Witz so gut, dass die Leute sich den Bauch halten vor Lachen. Derzeit wird in der ostdeutschen Stadt Leipzig besonders häufig gekichert und gelacht. Elf Tage läuft dort eine Humor-Messe. Dabei versuchen Kabarett- und Witzemacher aus vielen Ländern, richtig komisch zu sein. Allerdings lachen Menschen in verschiedenen Ländern oft über unterschiedliche Dinge. dpa-Nachrichten für Kinder hat bei einer Umfrage aufgeschrieben, wer worüber gern witzelt:

ITALIEN: In Italien machen die Leute hauptsächlich Witze über die „Carabinieri“. Das sind Polizisten, die für Sicherheit in den Städten sorgen sollen und Verbrecher festnehmen. Allgemein gelten die Carabinieri als ziemlich dümmlich, weshalb die Italiener immer neue Witze über sie erfinden. Zum Beispiel diesen: Wie lange braucht ein Carabiniere, um „Herzlichen Glückwunsch“ auf eine Torte zu schreiben? – Zwei Stunden und eine Minute! Eine Minute, um „Herzlichen Glückwunsch“ zu schreiben. Und zwei Stunden, um anschließend die Schreibmaschine zu säubern!

GROSSBRITANNIEN: Die Briten machen vor allem gern Witze über Sachen, die in Wirklichkeit eigentlich schlimm sind. Das nennt man dann schwarzen Humor. Daneben lachen die Engländer oft über die Iren und über geizige Schotten. Ein Witz geht zum Beispiel so: Wie erkennt man, dass ein Schotte Linkshänder ist? Er hat sein Geld in der rechten Hosentasche.

RUSSLAND: In Russland werden die Tschuktschen oft als Lachnummer benutzt. Sie sind ein Volk im fernen Nordosten des Riesenreiches. Die Tschuktschen leben traditionell von Jagd und Fischfang, züchten Rentiere und wohnen in mit Rentierfell bedeckten Zelten. Ein typischer Witz: Ein Tschuktsche sagt zu einem Russen: „Wenn du errätst, wie viele Rentiere ich habe, kannst du beide haben!“ „Zwei“, sagt der Russe. Darauf der Tschuktsche: „Mensch, du bist ja ein Hellseher!“

SPANIEN: Die Spanier mögen Witze über die Einwohner von Lepe. Sie sind zu vergleichen mit den Ostfriesen-Witzen. Lepe ist eine kleine Küstenstadt im Südwesten Spaniens. Hier ein Beispiel: Warum machen sich die Einwohner Lepes jeden Mittag fein und stellen sich dann gut gekleidet mit dem Blick zum Himmel auf die Straße? Weil sie in den Aufnahmen des Wettersatelliten „Meteosat“ gut aussehen wollen. Berühmt sind in Spanien und in Lateinamerika auch Jaimito-Witze. Jaimito – das ist der kleine Jaime, der nur Unfug im Kopf hat.

Beispiel: Die Lehrerin schimpft mit Jaimito: „Du hast bei Pedro abgeschrieben.“ „Woher wollen Sie das denn wissen?“, fragt Jaimito. „Weil Pedro bei der dritten Frage der Klassenarbeit geschrieben hat ,Ich weiß es nicht‘ und du hast geschrieben ,Ich auch nicht‘.“

KENIA in AFRIKA: In Kenia erzählen Kinder und Erwachsene eigentlich selten Witze. Aber gelacht wird trotzdem viel – auch wenn viele Menschen Sorgen haben, weil sie nur wenig Geld besitzen. Oft reicht es schon, dass jemand ein Wort irgendwie komisch ausspricht und die Zuhörer schütten sich aus vor Lachen. Das passiert schnell. Denn in Kenia gibt es 43 verschiedene Stämme, die alle eine eigene Sprache haben. Wenn diese Stämme die offiziellen Sprachen Englisch und Suaheli sprechen, klingen die Worte oft ganz seltsam. In einem sind sich aber alle einig: Die „Muzungi“ sind besonders exotisch und damit besonders komisch. „Muzungi“, so werden die Europäer genannt, oder eigentlich alle Weißen. Vor allem auf den Dörfern, in denen nur selten Fremde zu Besuch kommen, sind die „seltsamen Wesen“ für die Kinder spannend und lösen regelmäßig Lachanfälle aus.

„Lachende“ Sonnenblumen stehen auf einem Feld bei Zielitz unweit von Magdeburg. Foto: Andreas Lander

Paulas Nachrichten