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Wohin, wenn’s draußen kalt ist? – Obdachlose im Winter

07.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kein Dach über dem Kopf – aber Schnee und Eis überziehen das Land. Der Winter ist oft die härteste Zeit für obdachlose Menschen. Viele Städte haben zumindest für die kalten Nächte Notunterkünfte eingerichtet, zum Beispiel in Berlin.

„He, nicht drängeln!“, ruft der eine. „Ich hab’ aber so Hunger!“, sagt der andere. In Berlin warten vor der Stadtmission seit acht Uhr abends viele Menschen. Sie hoffen, einen warmen Schlafplatz und etwas zum Essen zu bekommen. Es sind Obdachlose, die auf der Straße leben. Bei klirrender Kälte und Schnee kann das im Winter lebensgefährlich sein. Deshalb gibt es in großen Städten Kälte-Notunterkünfte für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben. Sie brauchen einen warmen Ort, um nicht zu erfrieren.

Zwischen November und März hat die Unterkunft der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof jede Nacht geöffnet – von neun Uhr abends bis acht Uhr morgens. Dort in der Lehrter Straße dürfen die Obdachlosen eine Nacht bleiben. In einem Keller stehen Holztische und Bänke und an einer Theke wird Essen ausgeteilt.

Heute gibt es Tomatenreissuppe mit Salat. Die Mitarbeiter tragen die großen, dampfenden Töpfe aus der Küche. „Es ist sehr zeitaufwendig, für so viele Menschen zu kochen. Aber bislang war immer genug für alle da“, sagt Moni, die hier freiwillig mitarbeitet.

Nebenan in einem Haus können die obdachlosen Männer und Frauen schlafen. Für Betten ist kein Platz, denn mindestens 13 Leute müssen sich ein kleines Zimmer teilen. Dafür liegen Isomatten auf dem Boden. Im Winter kommen oft 170 Obdachlose zur Stadtmission. „Wir haben für so viele gar keinen Schlafplatz“, sagt Ulrich Neugebauer. Er leitet die Kältehilfe der Stadtmission. „Manchmal können wir ihnen nur anbieten, sich auf eine Bank zu setzen. Das ist immer noch besser als draußen in der Kälte“, sagt er.

Am Eingang wird streng kontrolliert. Alkohol, Drogen und Waffen sind strikt verboten. Wer gewalttätig ist oder sich nicht an die Regeln hält, bekommt Hausverbot. Er wird nicht mehr hereingelassen. Manchmal schaut abends auch ein Arzt nach den Obdachlosen.

Gerd und André löffeln ihre Suppe, lachen und reden. Beide haben noch ganz rote Nasen von der Kälte draußen. Gerd ist seit über zehn Jahren obdachlos. Im Sommer macht er sich aus seinem Schlafsack in einer stillen Ecke irgendwo in Berlin ein Bett. „Aber das Härteste ist immer der Winter“, sagt Gerd. Da ist ein warmer Ort, an dem man ein Weilchen bleiben kann, schon viel wert. Was er sich wünscht für die Zukunft? „Hmm“, überlegt er. „Gesund zu bleiben und irgendwann vielleicht eine Wohnung zu haben.“

In großen Städten gibt es Kälte-Notübernachtungen, in denen Obdachlose eine Nacht bleiben dürfen und etwas Warmes zu essen bekommen. Einer dieser Orte ist die Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof, in der Lehrter Straße. Hier stehen in einem Keller Holztische und Bänke und an einer Theke wird Essen ausgeteilt. Foto: Sarah Klein

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Ein Schaf als Mähmaschine

BERLIN (dpa). Wenn du nächstes Mal Schafe siehst, guck doch mal, ob du ein Rhönschaf entdeckst. Diese Tiere erkennst du an ihrem schwarzen Kopf. Hörner haben sie nicht. Hinter den Ohren beginnt die weiße Wolle. Ihr Körper ist lang und kräftig.

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