Paulas Nachrichten

Wo Muscheln kuscheln

22.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Langsam quillt der nasse Sand zwischen meinen Zehen hoch. Das fühlt sich an, als ob ich in den Boden sinke. Und wie das quatscht und gurgelt! In ein paar Stunden, wenn die Nordsee zurückkommt, ist das hier wieder der von Wasser bedeckte Meeresboden. Jetzt aber ist Ebbe und das Wasser hat sich ganz weit zurückgezogen. Man sieht das Watt.

Vor einer Stunde bin ich mit anderen am Hauptstrand von Büsum losgelaufen. Büsum liegt weit oben im Norden Deutschlands, im Bundesland Schleswig-Holstein. Zusammen mit unseren beiden Wattführern, Antonie und Bodo Spreu, wollen wir das Watt erkunden. Die beiden leben schon seit dreißig Jahren hier. Deshalb wissen sie genau, wo man hier im Watt laufen darf und was man alles entdecken kann.

Ich habe einen Eimer und eine Schippe mitgenommen. Der Eimer ist inzwischen schon halb voll mit Schneckengehäusen und Muschelschalen. Etwa sieben Muschelarten gibt es im Wattenmeer, hat mir Antonie erzählt. Ganz besonders häufig sind Herzmuscheln und Miesmuscheln.

Wenn man das Gehäuse der Herzmuschel mit der welligen Schale von der Seite anschaut, erkennt man die Herzform am besten. Ich stoße immer wieder mit den Zehen an Herzmuscheln, weil die nur knapp unter dem Sand leben. Wenn ich sie ausbuddele, graben sie sich ganz schnell wieder ein. Aber lebende Muscheln kommen sowieso nicht in meinen Eimer. Von den blau-schwarzen, großen Miesmuscheln hab ich auch schon ganz viele. Bei einigen glänzt die Innenseite sogar ein bisschen – wie Perlmutt. Die muss ich nachher ganz besonders gut abspülen und mit einem Tuch sauberreiben.

Während ein Frachtschiff auf der Elbe in Richtung Hamburg unterwegs ist, sucht eine junge Frau am Strand von Cuxhaven nach Muscheln. Mit Muschelschalen lässt sich besonders gut basteln. Foto: Ingo Wagner

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