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Wo die Schiffe mit Musik begrüßt werden In Wedel werden die großen Schiffe mit ihrer Nationalhymne willkommen geheißen

04.04.2015, Von Britta Kollenbroich, dpa — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wenn ein Schiff vorbeifährt, dann winken Leute gern am Ufer. In einem kleinen Ort in Norddeutschland werden große Kähne auf besondere Weise begrüßt: mit Musik und einer Ansage. Ein Besuch bei der Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel.

An der Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel werden die großen Schiffe mit ihrer Nationalhymne willkommen geheißen.

WEDEL. Wolfgang Adler ist ein Kapitän ohne Schiff. Er hat einen grauen Vollbart, trägt eine dunkelblaue Uniform mit goldenen Verzierungen auf der Schulter und weiß sehr viel über Schiffe. Doch sein Arbeitsplatz ist nicht auf dem Wasser, sondern an Land. Er ist ein Begrüßungskapitän.

Immer wenn ein Schiff nach Hamburg kommt oder den Hafen wieder verlässt, fährt es an dem „Willkomm Höft“ vorbei. So nennt man die Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel. Sie ist am Ufer des Flusses Elbe in der Nähe der Stadt Hamburg. Wenn ein großes Schiff den Hafen von Hamburg ansteuert oder verlässt, ertönt laute Musik.

Zuständig für diese Begrüßung ist Wolfgang Adler. Wenn er am Wasser steht, kann er von Weitem die Kräne des Hamburger Hafens erkennen.

Doch da unten am Fluss steht Wolfgang Adler selten. Die Schiffe begrüßt und verabschiedet er aus einem kleinen Raum am Ufer. Der Raum ist dunkelblau gestrichen und die Möbel sind aus rotbraunem Holz. Es sieht tatsächlich ein bisschen so aus, als wäre man auf einem Schiff.

Gleich ist es so weit: Wolfgang Adler hat eine E-Mail bekommen, in der ein Schiff angekündigt wird. „Das Schiff heißt Wilson Dover“, sagt Wolfgang Adler. Der Begrüßungskapitän steht an einem Pult in der Kabine. Durch das große Fenster kann er auf die Elbe gucken.

Unter dem Fenster ist ein großer Kasten aus Holz. Darin stecken Tausende Karteikarten. Jede Karte gehört zu einem Schiff. Darauf stehen viele verschiedene Informationen. Zum Beispiel, seit wann es das Schiff gibt, wie groß es ist oder für welche Reederei es fährt. „Natürlich könnten wir das auch im Computer speichern, aber so finde ich das schöner“, sagt Wolfgang Adler.

Der Begrüßungskapitän sucht die richtige Karteikarte heraus. Dieses Schiff fährt unter der Flagge von Barbados. Das ist eine kleiner Insel-Staat im Atlantischen Ozean.

Im Computer wählt Wolfgang Adler das Land aus. In dem Gerät sind 150 Nationalhymnen gespeichert. Außerdem ist die Begrüßung und Verabschiedung in der jeweiligen Landessprache dort zu finden. Auf Barbados spricht man Englisch.

Wenn ein Schiff in Richtung des Hamburger Hafens fährt, ertönt: „Willkommen in Hamburg, wir freuen uns, Sie im Hamburger Hafen begrüßen zu dürfen.“ Die „Wilson Dover“ läuft aus. Also verabschiedet Wolfgang Adler das Schiff. Es ertönt nun: „Hamburg wünscht Ihnen eine gute Reise. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in unserem Hafen. Gute Reise!“

Über die Lautsprecher am Flussufer schallen der Text und die Musik bis zu den Schiffen. Die Seeleute kennen das schon, viele freuen sich darauf. Manche Kapitäne bedanken sich auch. Dann tuten sie laut.

Wolfgang Adler ist sehr gern Begrüßungskapitän. Manchmal kommen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang mehr als dreißig Schiffe vorbei. Da kann es richtig stressig werden: Die Schiffe überholen sich gegenseitig. Wolfgang Adler muss aufpassen, dass er nicht das falsche Schiff zuerst begrüßt. Nachts werden die Schiffe übrigens nicht begrüßt. „Damit die Nachbarn schlafen können.“

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