Paulas Nachrichten

Wild und frei: Die Insel der Pferde

04.10.2014, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die wilden Pferde können so leben, wie es ihrer Natur entspricht

Ein Pferd ohne Sattel oder Zaumzeug, das sich von einem Menschen nichts vorschreiben lässt – das gibt es welt- weit nur noch selten. Aber an manchen Orten leben Pferde doch so. Das kann für Überraschungen sorgen.

ASSATEAGUE ISLAND/USA. Plötzlich steht da ein Pferd. Mitten auf der Straße. Und die Autos müssen warten. Auf einer Insel an der Ostküste der USA passiert das häufiger. Sie heißt Assateague Island (gesprochen: Essatieg Eiländ) und ist bekannt für die Wildpferde, die hier zu Hause sind.

Sie gehören niemandem. Nur sich selbst. Die Tiere leben in völliger Freiheit, streifen das ganze Jahr durch die sumpfigen Wiesen und Dünen der Insel – und begeistern die Menschen.

„Diese Pferde haben eine ganz besondere Kraft und Ausstrahlung“, findet die 17 Jahre alte Madeleine. Sie lebt eigentlich in Deutschland. Sie ist aber Amerikanerin und verbringt fast jedes Jahr ein paar Wochen auf Assateague Island bei ihren Großeltern. Auch wegen der Wildpferde, die sie so liebt.

In diesem Jahr hat Madeleine ein Praktikum in einem Besucherzentrum gemacht. Dort informieren Mitarbeiter die Urlauber über die Tiere auf der Insel und kümmern sich um den Naturschutz. „Die Pferde hier sind nicht gezähmt, sondern eben völlig wild“, sagt Madeleine.

Sie ist in Deutschland schon auf Pferden geritten. Aber die Tiere auf Assateague Island könnte sie sich niemals mit Sattel und Reiter vorstellen. Die Pferde leben nach ihrem eigenen Willen, galoppieren am Strand oder baden im Meer. Sie hören nicht auf Menschen und lieben ihre Freiheit. „Das macht sie so besonders, und sie sehen auch dadurch so schön aus“, findet Madeleine.

Die wilden Pferde auf der Insel sind in zwei Gruppen geteilt: Eine Gruppe lebt im Norden der Insel, die andere im Süden. Getrennt werden sie von einem Zaun. Das hat damit zu tun, dass durch die Insel eine Grenze verläuft, zwischen zwei Bundesstaaten der USA. Menschen leben nicht in den großen Gebieten von Assateague Island.

Die Wildpferde im nördlichen Teil der Insel werden völlig sich selbst überlassen. „Es gibt keinen Tierarzt, der sich um sie kümmert, wenn sie krank sind“, sagt Madeleine, „und die Tiere werden auch nicht gefüttert.“ Das ist wichtig, damit die Pferde wirklich so leben können, wie es ihrer Natur entspricht.

Manchmal treffen die Tiere auf der Insel doch auf Menschen. In einem Gebiet gibt es Campingplätze und Straßen, wo Urlauber unterwegs sind. Solange sie ausreichend Abstand zu den Pferden halten und nur ihre Kameras zücken, ist das kein Problem. „Aber mehr ist nicht erlaubt!“ Das versucht die Schülerin den Urlaubern klarzumachen: „Bitte nicht streicheln. Und man darf die Pferde auch nicht mit Äpfeln oder Möhren füttern“, sagt sie.

Die Pferde sind wild. Sie könnten treten oder beißen und von dem Futter krank werden. Außerdem sollen sie sich nicht an den Kontakt zu Menschen gewöhnen. „Denn sonst wären sie irgendwann genauso wie andere Pferde. Aber sie sollen ja so besonders bleiben, wie sie eben sind“, sagt Madeleine.

Dazu kommt: Wenn die Pferde ihre Angst vor Autos verlieren, kommt es zu Unfällen, bei denen Tiere verletzt oder gar getötet werden.

Leider passiert das auf der Insel immer mal wieder. Deshalb stehen Schilder an den Straßen: Achtung, Pferde! Autofahrer sollen langsam fahren – und den Tieren die Vorfahrt lassen.

Paulas Nachrichten

Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten