Paulas Nachrichten

Wie Pflanzen den Winter überstehen

05.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Winter schützen sich nicht nur Menschen und Tiere gegen die Kälte. Auch viele Pflanzen müssen Schnee und Eis überstehen. Dafür haben sie verschiedene Möglichkeiten.

Hui, ist das kalt! Jetzt im Winter mummeln sich viele Kinder und Erwachsene in dicke Jacken und Mäntel ein. Und wer nicht zur Arbeit oder in die Schule muss, bleibt meist lieber zu Hause. So ähnlich reagieren auch zahlreiche Pflanzen auf Schnee und Kälte: Sie werden entweder warm eingepackt – oder sie verstecken sich. „Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich Pflanzen auf den Winter vorbereiten“, erklärt Herbert Voigt. Er ist Fachmann für Pflanzen im Botanischen Garten in Münster in Nordrhein-Westfalen.

Laubbäume zum Beispiel sind der kalten Jahreszeit zunächst schutzlos ausgeliefert. Sie verlieren ihre Blüten und Blätter. Wenn es sehr kalt wird, können Stämme, Äste und Zweige einfrieren.

„Ab minus 20 Grad kann es passieren, dass sich das Holz spaltet“, erzählt Herbert Voigt. Unter der Last des Schnees können Baumteile sogar abbrechen.

Doch die Bäume wenden eine Art Trick an: „Sie haben die meiste Energie in den Stamm und in die Wurzeln gezogen“, erklärt der Experte. So können die Bäume den Winter besser überstehen. Denn die Wurzeln reichen tief ins Erdreich. Dort ist es nicht so kalt und die Pflanzen können sich mit Wasser und anderen wichtigen Stoffen versorgen. Zum Beispiel mit Mineralien. Es gibt aber auch noch andere Wege, um gut durch den Winter zu kommen: „Knollen und Zwiebeln überwintern im Boden“, sagt Herbert Voigt.

Aus ihnen sprießen erst später Blumen, zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokusse oder Tulpen.

Während die Knollen und Zwiebeln noch in der Erde schlummern, benötigen sie Nährstoffe und Wasser. „Was sie zum Überleben brauchen, haben sie gespeichert“, berichtet Fachmann Voigt. Die Natur hat ihnen nämlich eine Art Wintervorrat an wichtigen Stoffen geschenkt.

Dazu kann auch ein Stoff gehören, der verhindert, dass die Knollen und Zwiebeln zu schnell gefrieren. Biologe Voigt erklärt: Das funktioniert ähnlich wie bei einem Frostschutzmittel – zum Beispiel beim Auto.

Manche Pflanzen halten Winterschlaf, andere blühen jetzt erst auf: zum Beispiel der Winterjasmin. Diese Pflanze kommt ursprünglich aus Ostasien. Dort wächst sie im hohen Gebirge, ist kalte Temperaturen gewöhnt und trotzt Eis und Schnee. In Deutschland pflanzt man Winterjasmin im Garten an. Ab Dezember sieht man seine gelben Blüten. Foto: Michael Billig

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