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Wie Kinderbuch-Autoren auf Ideen kommen Plopp, sind sie da!

31.10.2014, Von Ann-Kathrin Marr — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie sind längst erwachsen, trotzdem schreiben sie Bücher für Kinder. Drei Kinderbuch-Autoren erzählen, wie sie das hinbekommen. Denn beim Lesen der Bücher hat man manchmal das Gefühl: Hey, der Junge oder das Mädchen im Buch – das könnte ich sein!

Das Foto zeigt die Autorin Sabine Ludwig bei einer Lesung auf der Frankfurter Buchmesse. Sabine Ludwig erinnert sich noch gut daran, wie es war, in die vierte Klasse zu gehen.

OLDENBURG. „Die fabelhafte Miss Braitwhistle“ und „Aufruhr im Schlaraffenland“: Sabine Ludwig schreibt Bücher für Kinder. Woher sie weiß, was Mädchen und Jungen interessiert? „Das frage ich mich auch oft“, scherzt Sabine Ludwig. Aber dann findet die Autorin doch eine Erklärung: Obwohl sie 60 Jahre alt ist, erinnert sich Sabine Ludwig noch gut daran, wie es war, in die vierte Klasse zu gehen. Das hilft ihr beim Schreiben.

Dem Kinderbuch-Autor Andreas Steinhöfel geht es ähnlich. Er weiß noch genau, wie er sich gefühlt hat, wenn er als Kind ungerecht behandelt wurde. Beim Schreiben sind solche Gefühle ganz von selbst wieder da: „Ich denke da gar nicht drüber nach, das funktioniert einfach so.“

Ähnlich geht es Andreas Steinhöfel mit den Figuren, die in seinen Büchern vorkommen. Es kommt ihm einfach so in den Sinn, wie sie sich verhalten. Zum Beispiel in den Rico-und-Oskar-Büchern. Die Figuren tauchen bei ihm auf, ohne dass er viel nachgrübeln muss: „Das macht einfach plopp, und dann sind die da.“

Manchmal liegen Geschichten auch auf der Straße. Jedenfalls für die Kinderbuch-Autorin Antje Herden. Nämlich dann, wenn sie draußen Menschen begegnet, etwa beim Einkaufen oder im Bus. „Das ist als hätte die Person gesagt: Hey, ich hab was zu erzählen, hör mal zu“, sagt die Autorin.

Das heißt: Es kann sein, dass Antje Herden das Aussehen einer Person beeindruckend findet. Oder die Art, wie sie spricht. Dann reicht es schon, wenn die Autorin die Person nur kurz beobachtet. Manchmal schreibt sie dann später eine Geschichte, in der die Person auftaucht.

Interessant findet Antje Herden Kinder, die anders sind – und vielleicht nicht ganz dazugehören. Sie eignen sich auch gut für Geschichten: Wie Tilda, das Mädchen in „Letzten Mittwoch habe ich die Zukunft befreit“. Sie räumt ständig auf und will alles ordnen. Das klingt erst einmal nervig, doch in den Geschichten ist es wichtig. Denn Tilda sieht sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Auch Andreas Steinhöfel mag besondere Figuren. Sein Held Rico ist eigentlich ein Außenseiter. Dennoch mögen ihn die Leser. „Das ist endlich mal einer, der so denkt und die Welt so sieht wie ich“, schreiben Kinder ihm, sagt der Autor. Vielleicht, weil jeder manchmal das Gefühl hat, von keinem verstanden zu werden. Dann ist es schön, im Buch jemanden zu treffen, dem es ähnlich geht.

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