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Wie einem Forscher die Fliegen ins Netz gehen

08.04.2017, Von Maria Berentzen — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Um Fliegen zu fangen braucht es trockenes Wetter

Manchmal können sie ganz schön lästig sein: Fliegen. Doch es gibt auch Menschen, die Fliegen super finden! Einer von ihnen ist der Fliegenforscher Jens-Hermann Stuke.

Vom Kopf, zur Brust, zum Hinterleib – wie ist eine Fliege aufgebaut? Grafik: K. Dengl

LEER (dpa). Jens-Hermann Stuke schwenkt seinen Kescher von links nach rechts. Immer wieder zieht er das Netz dicht über Gras und Blumen. Denn er hat ein besonderes Hobby: Er ist Fliegenforscher.

Weil Fliegen oft im Gras sitzen, erwischt er sie dort mit seinem Netz. Wenn er das eine Weile geschwungen hat, steckt er seinen Kopf tief hinein, um seinen Fang anzusehen. Viele Fliegen sind nämlich sehr klein und nur aus der Nähe gut zu sehen.

Danach setzt der Fliegenforscher seinen Mini-Staubsauger ein. Das ist eigentlich eine Art Becher mit zwei Röhren. Wenn Jens-Hermann Stuke an der einen Röhre saugt, kann er die Fliegen aus dem Netz in seinen Becher saugen. Damit er sie dabei nicht aus Versehen herunterschluckt, ist in dem Saugrohr ein dünnes Netz.

Das Netz sorgt dafür, dass die Fliegen im Becher bleiben. Viele von ihnen sind nur wenige Millimeter groß. Deshalb hat Jens-Hermann Stuke immer ein kleines Mikroskop dabei, wenn er Fliegen fängt. Damit kann er sie viel besser sehen.

Um Fliegen zu fangen, braucht Jens-Hermann Stuke trockenes Wetter. Wenn es feucht ist, verklebt das Netz. Das schadet den empfindlichen Fliegen. „Die meisten Fliegen fange ich eigentlich dann, wenn es mehrere Tage geregnet hat und anschließend die Sonne scheint“, sagt der Forscher. „Das ist wie bei uns Menschen – dann kommen alle heraus.“

Wenn die Fliegen in dem kleinen Staubsauger gelandet sind, fängt die Arbeit des Forschers eigentlich erst an. Er will ja wissen, was für Fliegen in seinem Kescher gelandet sind. Das ist oft gar nicht so einfach.

Es gibt sehr viele Fliegenarten auf der Welt. Viele sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. „Manche Tiere versuche ich schon seit zehn Jahren zu bestimmen“, sagt der Forscher. „Irgendwann bekomme ich das schon noch heraus.“

Meist ist Jens-Hermann Stuke im Sommer unterwegs, um Fliegen zu fangen. Im Winter bestimmt er die Arten. Auch wenn das schwierig ist, war er damit schon richtig erfolgreich. Es ist ihm gelungen, mehrere neue Fliegenarten zu entdecken! „So richtig schön sind Fliegen auf den ersten Blick meistens nicht“, sagt der Forscher. „Aber sie sind unheimlich spannend.“

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