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Wie arbeitet eigentlich ein Detektiv? In Deutschland darf jeder den Beruf Detektiv ausüben – Um gut zu sein, braucht man aber ein gutes Gedächtnis und Köpfchen

26.04.2014, Von David Mairle — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Detektive tragen Mäntel, Jagdmützen und rauchen große Pfeifen – zumindest in Filmen und Büchern. Lothar Komorowski ist Privatdetektiv und weiß: In echt sieht die Arbeit ganz anders aus.

Spürnase bei der Arbeit: Lothar Komorowski untersucht die Schrift auf dem Brief. Auf dem Foto will er nicht erkannt werden, weil er oft verdeckt ermittelt. Foto: Peter Petsch

Lothar Komorowski ist eine echte Spürnase. Seit 26 Jahren arbeitet er schon als Privatdetektiv. Er ist der Chef seines eigenen Detektivbüros, der Detektei Larsen. Dabei hat er nach der Schule eigentlich eine Ausbildung zum Bäcker gemacht. Dieser Beruf war ihm aber zu langweilig. Deswegen hat er schnell wieder damit aufgehört, Brötchen zu backen. Danach hat er angefangen, sein Geld als Kaufhausdetektiv zu verdienen. Denn er war schon als Kind ein großer Krimi-Fan. Im Kaufhaus war seine Aufgabe, Diebe auf frischer Tat zu ertappen. Auch die Kaufhaus-Mitarbeiter musste er heimlich beobachten, damit sie nichts klauen konnten.

Dabei konnte es schon mal passieren, dass der Detektiv den Dieb durch die Stadt verfolgen musste. Mit manchen Kaufhausdieben hat sich Lothar Komorowski auch prügeln müssen – dabei hat er nie einen Kampfsport gelernt. Deswegen schnappt er die Diebe lieber mit Köpfchen: Meist haben sie ihr Auto auf dem Kaufhausparkplatz stehen. Wenn die Diebe vor Lothar wegrennen müssen, lassen sie das Auto stehen. Der Detektiv muss dann nur noch die Polizei rufen, und wenn der Dieb zurück auf den Parkplatz kommt, zeigen: Der da war’s. Als Kaufhausdetektiv arbeitet Lothar Komorowski nur noch selten. Heute hat er Mitarbeiter, die er in Kaufhäuser schicken kann. Seine Detektei bietet außerdem an: das Beobachten und Finden von Menschen und die Überwachung von Mitarbeitern in Firmen.

Manchmal soll er für seine Kunden andere Leute aufspüren, die verschwunden sind. Einmal hat sich eine Frau bei ihm gemeldet, weil sie ihre Schwester wiederfinden wollte. Seit vielen Jahren hatte sich die Frau nicht mehr bei ihrer Familie gemeldet. An dem Tag, an dem die Mutter der beiden Schwestern Geburtstag hatte, hat Lothar Komorowski die Verschwundene gefunden. „Das ist für mich das schönste Geburtstagsgeschenk“, hat sich die Mutter bei dem Detektiv bedankt.

Über solche Momente freut sich Lothar Komorowski ganz besonders. Oft werden Detektive aber auch von Firmen beauftragt, wenn in Läden geklaut wird oder die Arbeiter zu faul sind. Wenn es auf einer Baustelle zu langsam vorangeht, fragen sich die Chefs: Woran liegt das? Machen die Arbeiter sehr viele Zigarettenpausen? Um das herauszufinden, beauftragen sie dann einen Detektiv. Lothar Komorowski muss dann so tun, als ob er ganz zufällig an der Baustelle vorbeiläuft, wenn die Arbeiter gerade nichts machen.

Wenn die Baustelle in einem Haus ist, muss er sich etwas einfallen lassen. Er braucht dann nämlich eine Ausrede, mit der er in das Haus hereinkommt, während dort gearbeitet wird. Er hat auch schon in Unternehmen mitgearbeitet und dabei beobachtet, wie sich die Arbeiter benehmen.

Bei einem seiner Aufträge hat er sogar einmal einen Diebstahl beobachtet. Mit dem Auto ist er den Dieben bis in einen Wald gefolgt. Dort hat er ein Lager voller Diebesgut gefunden und die Polizei gerufen. Weil die Polizisten aber erst am nächsten Morgen kommen konnten, musste Lothar Komorowski die ganze Nacht über das Lager beobachten, damit die Diebe ihre Beute nicht wieder verschwinden lassen konnten.

Wenn Lothar Komorowski arbeitet, zieht er sich ganz normal an. Einen karierten Mantel oder eine Mütze wie Sherlock Holmes trägt er nicht – das wäre viel zu auffällig. Auch einen falschen Bart hat er sich noch nie angeklebt. Dafür hat er immer seine Kamera dabei, um damit Beweisfotos zu schießen. Eine kleine Lupe hat er zwar, aber die benutzt der Detektiv nur selten.

Wichtiger sind Videokameras zur Überwachung. Wenn er die benutzt, muss Lothar Komorowski vorsichtig sein. Denn in Deutschland gibt es strenge Gesetze, die die Überwachung von anderen Menschen regeln. Ein Detektiv muss einen wichtigen Grund haben, damit er andere Leute ohne Erlaubnis filmen darf.

Damit Lothar Komorowski seine Arbeit gut machen kann, braucht er vor allem eins: ein gutes Gedächtnis. Damit merkt er sich zum Beispiel blitzschnell ein Autokennzeichen.

Und er muss schnell Einzelheiten erkennen können: Was für Schuhe hatte der Mann an? Wie groß ist er? Welche Haarfarbe hat die Frau? Wenn man solche Details schnell im Kopf abspeichert, kann man jeden Verdächtigen sofort wiedererkennen. Und man sollte gut um die Ecke denken können. wenn es mit einem Fall mal nicht so gut vorangeht. Detektive arbeiten auch mit anderen Kollegen zusammen.

Lothar Komorowski ist im Bund Internationaler Detektive. Darin sind Ermittler aus der ganzen Welt. In einem Ehrenkodex haben sie aufgeschrieben, was ein Detektiv darf und was nicht. Dort steht, dass sie so sorgfältig wie ein „ordentlicher Kaufmann“ arbeiten müssen.

Das heißt, dass sie immer genau mit ihren Kunden vereinbaren sollen, was der Detektiv machen soll und wie viel das kostet. Dabei müssen die Ermittler beachten, dass sie nicht gegen die Regeln des Detektiv-Bundes und gegen die Gesetze in Deutschland verstoßen dürfen.

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