Paulas Nachrichten

Wenn ein See umkippt

11.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der See ist umgekippt – diesen Satz hört man manchmal. Aber ein See kann doch nicht umfallen, oder doch? In gewisser Weise schon. Wer sagt „der See ist umgekippt“, der meint damit: Der See ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Das Wasser ist grün und braun, voller Algen und Bakterien. Es riecht faulig und Fische und andere Tiere im See sterben. Doch wie kann das passieren?

Wenn ein See umkippt, ist meist der Mensch dafür verantwortlich. Denn er bringt viele Nährstoffe in die Umwelt. Wenn ein Bauer seine Felder zu sehr düngt zum Beispiel. Dann kann der Dünger in den See gelangen. Indem er etwa vom Regen dort hineingespült wird. Dadurch gibt es im See aber nun mehr als genug Nahrung. Vor allem Algen und Cyanobakterien vermehren sich stark. Cyanobakterien werden auch Blaualgen genannt.

Die Algen und die Cyanobakterien trüben das Wasser. Nach einiger Zeit gelangt nicht genug Licht in die unteren Schichten des Wasser. Die Pflanzen dort sterben ab – und werden von Kleinstlebewesen zersetzt. Die haben jetzt richtig viel zu tun, doch sie können nicht alle abgestorbenen Pflanzen zersetzen. Diese sammeln sich auf dem Boden an und verfaulen. Das Wasser fängt an zu riechen. Weil die Bakterien und Pilze jetzt so viel zu tun haben, verbrauchen sie auch mehr Sauerstoff als sonst. Im See gibt es davon bald viel zu wenig für alle Lebewesen. Das ist schlecht für die Tiere. Denn ohne Sauerstoff können sie nicht mehr atmen. Sie sterben. Im See ist alles aus dem Gleichgewicht geraten. Er ist umgekippt.

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