Paulas Nachrichten

Wenn Briefe durch Rohre sausen

25.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Brief in eine Büchse stecken, Büchse in ein Rohr, Hebel drücken – und ab geht die Post. Auch so verschickten manche Leute früher Briefe. Und zwar mit der Rohrpost.

Wer vor hundert Jahren in Berlin schnell eine Nachricht verschicken wollte, schrieb sie auf einen Zettel oder eine Karte. Damit stapfte er ins nächste Postamt und sagte: „Einmal per Rohrpost, bitte.“ „Das war damals der schnellste Weg, sich Nachrichten zu schicken“, erzählt Veit Didczuneit. Er arbeitet im Museum für Kommunikation in der Hauptstadt Berlin und weiß alles über die Rohrpost.

„Damals hatten viele Städte der Welt eine Rohrpost“, erzählt er. Damit konnte man einen Brief in einer Stadt zum Beispiel von einem Stadtteil in einen anderen schicken – durch Rohre, die unter der Erde liegen. In Deutschland gab es zum Beispiel auch in den Städten Hamburg und München eine Rohrpost.

Manche Menschen gratulierten sich über die Rohrpost zur Hochzeit, bestellten etwas bei Firmen oder schickten einfach nur einen Gruß wie mit einer Postkarte. Solche Briefe und Karten von früher sammelt Veit Didczuneit. „Es ist spannend herauszufinden, wer da Briefe geschrieben hat, und wohin sie gingen“, erzählt er. „Das ist ein bisschen wie Detektiv-Arbeit.“

Noch vor hundert Jahren verschickten Menschen täglich Tausende solcher Briefe per Rohrpost. Doch dann setzten sich schnellere Techniken durch: Zum Beispiel das Telefon, das Fax und inzwischen ja auch E-Mails. Deshalb ist in Berlin die Stadt-Rohrpost seit über 30 Jahren nicht mehr in Betrieb.

„Manche Firmen haben aber auch heute noch eine Rohrpost im Haus“, erzählt Veit Didczuneit. Große Krankenhäuser zum Beispiel. Und auch das Haus, in dem unsere Bundeskanzlerin arbeitet, das Kanzleramt. Denn in einigen Dingen ist die Rohrpost immer noch super: Zum Beispiel kann man damit schnell Bargeld verschicken, Akten oder auch Medikamente. Das konnte bisher noch keine Technik ersetzen.

Mit diesen Motoren wurde früher Luft in ein Rohrpost-System gepumpt. Damit wurde die Post sozusagen durch die Rohre geschubst. Foto: Maria Rossbauer

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