Paulas Nachrichten

Weltraumfrachter verglüht über dem Ozean

24.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ist das eine gigantische Sternschnuppe? Nein, das ist der Weltraumtransporter „Johannes Kepler“. Pardon, das war er . . . Den Frachter gibt es nicht mehr.

Er ist in der Atmosphäre der Erde verglüht. Das war Absicht. Niemand saß an Bord. Experten steuerten den Absturz aus einem Kontrollzentrum in Frankreich.

Der Frachter hatte seinen Zweck erfüllt: Er flog vor knapp vier Monaten zur Internationalen Raumstation ISS, um den Bewohnern Nachschub zu bringen. Er hatte sieben Tonnen Lebensmittel, Ausrüstung, Treibstoff und Forschungsinstrumente geladen. Die Astronauten luden alles aus und bepackten den Transporter mit ihrem Müll. Der ist mit verbrannt. Es sind allerdings nicht alle Teile des Raumfrachters verglüht. Manche – zum Beispiel die Hauptmotoren – können extreme Hitze aushalten. Sie stürzten in einer unbewohnten Gegend zwischen Chile und Neuseeland in den Pazifischen Ozean, berichtete die Europäische Raumfahrtbehörde ESA. Die Schiffe und Flugzeuge in der Gegend seien gewarnt worden.

Nach „Johannes Kepler“ kommt „Edoardo Amaldi“

Ein Weltraumfrachter ist verglüht, aber der nächste steht schon fast bereit. Er heißt „Edoardo Amaldi“ – nach einem italienischen Physiker und Weltraumforscher. Der Frachter ist schon beinahe fertig und wird gerade in Bremen in Norddeutschland getestet. Im August soll „Edoardo Amaldi“ zum Weltraumbahnhof in Kourou in Südamerika gebracht werden – und wenn alles klappt, im Februar 2012 ins All starten.

Der Name seines Nachfolgers steht auch schon fest: Er soll „Albert Einstein“ heißen. Alle Transporter tragen den Namen von berühmten europäischen Wissenschaftlern, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit. Etwa alle eineinhalb Jahre schickt sie solch ein Gefährt mit Nachschub für die ISS ins All und lässt es auf dem Rückweg verglühen. Das ist eine teure Angelegenheit! Jede Mission kostet viele Millionen Euro.

Der Weltraumtransporter „Johannes Kepler“ verglühte nach unserer Zeit am späten Dienstagabend in der Atmosphäre der Erde. Foto: ESA – D. Ducros

Paulas Nachrichten