Paulas Nachrichten

Was ist ein Schöffengericht?

19.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was fällt dir zum Wort Gericht ein? Etwas zu essen. Stimmt. Es gibt aber auch Gerichte, an denen Recht gesprochen wird. Dort werden zum Beispiel Menschen für irgendwelche Taten schuldig gesprochen oder nicht. Am Gericht arbeiten etwa Richter. Sie haben Jura studiert und Richter ist ihr Beruf.

Barbara Faeser Foto: Karlotta Ehrenberg

Es gibt verschiedene Gerichte. An manchen arbeiten zusätzlich Schöffen. Dann sitzen in einem Prozess in der Regel neben einem Berufsrichter zwei Schöffen. Schöffen sind einfache Bürger. Sie üben dieses Amt als ehrenamtliche Richter aus, also ohne Bezahlung. Sonst arbeiten sie in anderen Berufen. Die Schöffin Barbara Faeser zum Beispiel ist jetzt Rentnerin, früher arbeitete sie als Erzieherin.

Schöffen haben die Aufgabe, die Verhandlung aufmerksam zu verfolgen. Sie dürfen unter anderem dem Angeklagten Fragen stellen. Sie müssen sich zu dem Fall selbst eine Meinung bilden. Vor der Urteilssprechung zieht sich der Richter mit den beiden Schöffen ins Besprechungszimmer zurück. Dort beraten sie, ob der Angeklagte freigesprochen oder verurteilt wird. Ist der Angeklagte schuldig, müssen die Richter noch entscheiden, wie die Strafe ausfallen soll: Stimmen sie der Strafe zu, die der Staatsanwalt fordert? Der Staatsanwalt hat den Beschuldigten angeklagt. Oder soll die Strafe niedriger oder höher sein?

Welche Strafen überhaupt infrage kommen, regelt das Strafgesetzbuch. Das denken sich die Richter nicht aus. Mindestens zwei der drei Richter müssen sich dann auf ein Urteil einigen. Dieses Urteil müssen sie auch begründen.

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