Paulas Nachrichten

War Paulas Uropa ein Zeitungsentendino?

11.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er hat sich gerade mit seinen Kollegen unterhalten. Ich habe immer nur ein Wort verstanden: Wolf, Wolf, Wolf.

Das war mir ganz schön unangenehm. Für liebe, harmlose Tiere wie Enten, Zeitungsenten oder Gänse sind ja Wölfe ganz schön gefährlich. Ich habe geschnattert: „Was habt ihr denn mit den Wölfen? Die gibt’s doch hier gar nicht. Oder? Vielleicht doch? Na ja, wenn ihr so viel von denen redet . . . dann rennen die tatsächlich noch hierher und . . .“

„Immer mit der Ruhe, Paula“, hat der Andreas zu mir gesagt. „Also hier in der Gegend gibt es keine Wölfe. Und es wird auch keine geben. Die sind ja sehr scheu. Und hier bei uns gibt es zu viele Menschen, Straßen und Häuser. Da fühlen die sich nicht wohl. Du brauchst also keine Angst vor dem bösen Wolf zu haben, liebe kleine Zeitungsente.“

Bei den letzten Worten hat er frech gegrinst und mir übertrieben lieb über mein rundes Entenköpflein gestreichelt. Deshalb habe ich nur ganz böse „Ha, ha, ha, das ist ja sehr lustig“ gesagt.

Das hätte ich vielleicht nicht machen sollen. Denn der Andreas hat noch fieser gegrinst und sich etwas anderes ausgedacht. Er hat dann zu mir gesagt: „Also, vielleicht solltest du wirklich keine Angst vor den Wölfen haben. Vielleicht solltest du lieber auf ihre Ururururururururenkel achten. Nicht dass die dich mal in deinen Entenpopo beißen und dir deinen Bürzel abkauen!“

Dann hat er noch mehr gelacht. Ich fand das natürlich gar nicht witzig. Deshalb habe ich geschnattert: „Was? Was sollen denn das für Viecher sein? Die Urururdings-Enkel von den Wölfen? Die möchte ich lieber auch nicht treffen. Na ja, wenn die Uropas hier nicht unterwegs sind . . . dann werden die Urenkel wohl auch nicht da sein!“

„Da liegst du falsch“, hat der Andreas gemeint. „Die triffst du jeden Tag. In der Stadt. Am Neckar . . .“

Das habe ich nicht verstanden. Ich habe ihn mit meinen großen, runden Entenäuglein ganz ängstlich angeguckt wie ein Auto. Irgendwie bin ich, glaube ich, vor Angst richtig geschrumpft.

Deshalb hat der Andreas gleich gesagt: „He, nur keine Angst. Ich meine doch die normalen Hunde. Die sind ja meistens lieb. Man muss sie halt respektieren und bei fremden Hunden erst einmal lieber Abstand halten.“

Jetzt habe ich den Andreas noch komischer angeguckt und ganz zögerlich gefragt: „Was haben denn die lustigen, lieben Hunde mit den Wölfen zu tun? Gar nichts, oder?“

„Doch, doch“, hat der Andreas gesagt. „Ich erkläre dir das: Alle heutigen Hunde stammen von Wölfen ab. Das waren natürlich nicht ihre Uropas. Das ist schon viel, viel länger her. Das war in der Steinzeit. Vor ein paar Tausend Jahren. Da gab es eine eiskalte Eiszeit. Durch die sind viele große Beutetiere der Wölfe woanders hingezogen. Mehr in die Wärme. Die Wölfe sind deshalb immer näher an die Lager von den Steinzeitmenschen rangegangen. Dort lagen nämlich immer ein paar Essenabfälle rum. Die haben sie gegessen. Deshalb sind manche Wölfe immer weniger scheu geworden. Sie hatten immer weniger Angst vor den Menschen. Und die Menschen hatten weniger Angst vor den Wölfen. Die waren sogar nützlich für sie. Die Wölfe können ja Wildtiere gut riechen und folgen ihnen dann. Und die Jäger der Menschen sind dann den Wölfen zu den Wildtieren gefolgt. Die wurden zu einer richtigen Mannschaft, die Wölfe und die Steinzeitmenschen. Später dann haben die Menschen ihre Nahrung nicht mehr nur gejagt und gesammelt. Sie haben Ackerpflanzen selber angebaut und Tiere für Milch und Fleisch gezüchtet. Sie wurden Bauern. Und da haben die gezähmten Wölfe als Wachhunde auf ihre Bauernhöfe aufgepasst und die Tiere gehütet. So sind aus Wölfen Hunde geworden.

Noch viel später dann haben die Menschen ganz verschiedene Hunde gezüchtet. Zur Jagd, zum Hüten. Zum Spazierengehen. Ganz kleine zum Liebhaben und so weiter. Deshalb gibt es jetzt so viele verschiedene. Und viele sind gute Freunde der Menschen.“

„Und die Freunde der Enten“, habe ich gemeint, „zum Glück sind die Hunde so friedlich geworden. Und zum Glück habe ich keine Wolfsente als Uropa. Die Enten waren schon immer lieb.“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt. „Das ist nicht ganz richtig. Die Enten stammen auch von Dinosauriern ab. So wie alle Vögel. Die Vorfahren waren zwar wahrscheinlich sehr klein. Nur so einen Meter hoch. Aber sie haben auch Fleisch gegessen. Denn sie haben zur selben Familie gehört wie der Tyrannosaurus Rex. Du weißt doch, Paula: Das ist der große, fiese Saurier mit den großen scharfen Zähnen.“

„Oh je, oh je“, habe ich gesagt, „da muss ich mich für meine Urururopas schämen, wenn die so gefährlich waren. Aber wenigstens haben die kein Zeitungsgefieder gehabt. Denn Zeitungsentendinos gab’s keine. Es gab ja damals noch keine Zeitungen.“ Eure Paula

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