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Wachsam, wuschelig, bedroht: Rotsteißlöwenäffchen

26.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Für so ein kleines Tier ist der Name ziemlich lang: Rotsteißlöwenäffchen. Die wuscheligen Äffchen sind im Urwald im Südosten von Brasilien zu Hause. Doch dort sind sie in Gefahr.

Ernie hat eine Mähne wie ein Löwe, aber er ist nur so groß wie ein Eichhörnchen. Ups, Verzeihung! Sie ist nur so groß wie ein Eichhörnchen. Denn Ernie ist ein Weibchen. Ein weibliches Rotsteißlöwenäffchen, genauer gesagt. Sie hat Augen rund wie braune Murmeln und ziemlich spitze Zähne. Und ein schwarz glänzendes, dichtes Fell, das ihr koboldhaftes Gesicht einrahmt. Ernie lebt in einem Park für bedrohte Tiere auf der Insel Jersey vor der Küste von Frankreich. Denn Rotsteißlöwenäffchen gehören zu den bedrohtesten Säugetierarten der Welt.

Flink hüpft Ernie von Ast zu Ast. Auf ihrem wuscheligen Hinterteil prangt ein rötlich orangefarbener Fleck. Daher hat die Art ihren Namen: Rotsteißlöwenäffchen. Steiß ist ein altes Wort für Hinterteil. Auf Jersey lebt Ernie mit Fernando zusammen. Bei dem haben sich die Pfleger nicht vertan: Er ist wirklich ein Männchen. Und er ist schon 15 Jahre alt. Ganz schön alt für ein Löwenäffchen. Fernando hat Arthritis. Wegen der Krankheit schmerzen ihn seine Gelenke. Und deswegen mag Fernando auch nicht mehr so schnell angewuselt kommen, wenn es Mehlwürmer und Rosinen gibt. In der Wildnis wäre Fernando wahrscheinlich schon längst gefressen worden – von einem Ozelot, also einer Raubkatze, oder von einem Greifvogel. Denn wenn sich so ein Räuber nähert, dann heißt es: Weghuschen, schnell! Durchs dichte, grüne Blätterdach im Urwald von Brasilien. Das riesige Land liegt in Südamerika. Dort leben die Tiere aber nur in einem ganz bestimmten Gebiet im Südosten des Landes.

Und dieses Gebiet ist sehr klein geworden. Der meiste Urwald ist abgeholzt, musste Feldern, Weiden, Straßen und Häusern Platz machen. Die letzten Rotsteißlöwenäffchen leben in einem Nationalpark – und manche auch in Waldstückchen, die hier und da noch übrig sind.

Aber wie lange noch? Das fragt sich auch Dominic Wormell. Der Tierschützer aus Jersey setzt sich dafür ein, dass in der Gegend, wo die Rotsteißlöwenäffchen zu Hause sind, Bäume gepflanzt werden. „Wir pflanzen Korridore aus Bäumen“, erzählt der 49-Jährige. Damit die Äffchen und andere Tiere zwischen den restlichen Waldstücken hin- und herwandern können. Denn über ein offenes Feld würde ein Rotsteißlöwenäffchen nie freiwillig gehen. „Wir haben schon 80 000 Bäume gepflanzt“, erzählt Dominic Wormell stolz. Wir – das sind Leute aus Jersey wie er und eine Gruppe brasilianischer Tierschützer mit ihren Helfern.

Ob ihr Einsatz die Äffchen retten kann? Gewiss ist das nicht. Ein großer Waldbrand, und die letzten freilebenden Tiere wären vielleicht verloren. Trotzdem versuchen die Naturschützer alles, um den Rotsteißlöwenäffchen in Brasilien zu helfen.

Denn später Tiere aus einem Zoo auszuwildern – das ist sehr mühsam. Wie Ernie und Fernando haben sie meist vor allem eins verlernt: Ständig auf der Hut zu sein und Räubern zu entwischen. So wie das Rotsteißlöwenäffchen Marco, das Dominic Wormell und sein Team Schritt für Schritt darauf vorbereitet hatten, wieder in der Wildnis zu leben. Es wurde am Ende doch von einem Ozelot gefressen.

Rotsteißlöwenäffchen Ernie. Foto: Marcel Klovert

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