Paulas Nachrichten

Von Ritterregeln und Unterhosen

18.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gutes Benehmen – das klingt nach Stillsitzen und Langeweile, oder? Doch es gibt Leute, die finden das Thema Manieren wahnsinnig spannend. Einer davon ist Urs Roeber. Der weiß sogar, welche Manieren Ritter hatten. Und er dachte sich zusammen mit einer Kollegin eine Ausstellung zu diesem Thema aus.

Sie ist in Bremen in Norddeutschland zu sehen. dpa-Nachrichten für Kinder erzählte er, wie sich die Menschen früher benommen haben.

Warum gibt es überhaupt Manieren?

„Manieren entstanden immer ganz oben. Dort, wo die Leute das Sagen hatten. Und häufig auch, weil die Herrscher zeigen wollten, dass sie was Besseres sind. Im Mittelalter haben sich die Ritter Regeln ausgedacht, zum Beispiel, wie man sich bei Tisch benehmen soll. Das haben sie auch getan, um sich von den normalen Leuten abzugrenzen.“

Aber dann waren Manieren ja überflüssiger?

„Nein, das kann man so auch nicht sagen. Es gab damals auch das Bedürfnis nach Regeln, insbesondere beim Essen. Im Mittelalter wurde ja noch fast alles mit der Hand gegessen. Da war es notwendig, Regeln einzuführen. Damit die Leute sich bei Tisch nicht ekelten. Zum Beispiel, dass man Essen, das man schon im Mund hatte, nicht wieder in die Schüssel legt.“

Gab es eine Zeit, zu der die Menschen besonders auf gutes Benehmen geachtet haben?

„Es gab eine Zeit, wo alles sehr streng war. Bestimmte Dinge galten als peinlich und durften gar nicht erwähnt werden. Man sprach zum Beispiel nicht über Unterwäsche und alles, was mit Schwitzen und Verdauung zu tun hatte. Das begann vor ungefähr 150 Jahren und hing damit zusammen, dass man herausgefunden hat, wie sich Krankheiten übertragen. Nämlich über den Körper. Darum haben sich die Leute sehr viel mehr gewaschen. Ihr normaler, natürlicher Körper kam ihnen dann immer ekliger vor.“

Was meinen Sie: Sollte man heute gute Manieren haben?

„Für wichtig halte ich, dass man lernt, auf andere Rücksicht zu nehmen und nicht fies zu anderen zu sein. Das ist wichtiger als diese ganzen Regeln.“

Interview: Ann-Kathrin Marr, dpa

Die zeitgenössische Abbildung zeigt Adolf Freiherr von Knigge (1751–1796), Verfasser des Standardwerkes „Über den Umgang mit Menschen“. Vor mehr als 200 Jahren schrieb Knigge sein Buch über gutes Benehmen. (Bild links). Zwei Kinderstühle aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt das rechte Bild. Diese Stühle sollten Kinder zum absoluten Geradesitzen zwingen. Foto: Ingo Wagner

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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