Paulas Nachrichten

Vom Leben in der Plastik-Zeit

24.10.2015, Von Anja Garms — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Plastik zählt zu den wichtigsten Werkstoffen

Von der Klobrille über Spielzeug bis hin zu Autoteilen – die Welt um uns herum ist voll mit Plastik. Plastik gibt es erst seit etwa 150 Jahren. Hergestellt wird es meist aus Erdöl.

Spielzeug ist meist auch aus Plastik. Foto: Anja Garms

Die Neandertaler nutzten vor allem Steine, um Waffen und Werkzeuge herzustellen. Sie lebten in der Steinzeit. Später lernten die Menschen, Metalle zu gewinnen und für sich zu nutzen. Und heute? Heute zählt Plastik zu den wichtigsten Werkstoffen der Menschen. Manche Leute sagen deshalb auch: Wir leben im Plastik-Zeitalter.

Aber was ist Plastik eigentlich? Erst einmal ist es ein Stoff, der künstlich hergestellt wurde. Fachleute sagen deshalb statt Plastik lieber Kunststoff. Alle Kunststoffe bestehen aus kleinen chemischen Bausteinen. Sie heißen zum Beispiel Propylen oder Ethylen. Sie werden meist aus Erdöl hergestellt. Manchmal auch aus Erdgas oder Kohle.

Um einen Kunststoff herzustellen, werden viele dieser einzelnen Bausteine zu langen Ketten miteinander verknüpft. Zum Beispiel viele Propylen-Bausteine zu Poly-Propylen-Ketten. Aus vielen solcher Ketten entsteht dann ein Kunststoff mit dem gleichen Namen: Poly-Propylen oder kurz PP. Daraus werden etwa Toiletten-Deckel gemacht.

Ein anderer sehr bekannter Kunststoff ist das Poly-Ethylen, kurz PE. Man kann daraus Plastiktüten machen oder Folien für die Verpackung von Lebensmitteln. Getränke-Flaschen aus Plastik bestehen wiederum aus PET. Der volle Name ist nur was für echte Chemie-Fans: Poly-Ethylen-Terephtalat.

Kunststoffe können sehr unterschiedliche Eigenschaften haben: Es gibt harte und weiche, durchsichtig und bunte, gummiartige und starre. Das hängt davon ab, aus welchen Bausteinen sie bestehen und wie die einzelnen Baustein-Ketten miteinander verbunden sind.

Man kann die Eigenschaften der Kunststoffe aber auch verändern, indem man andere Stoffe hinzugibt. Kunststoffe für Gartenmöbel bekommen zum Beispiel einen Stoff beigemengt, der vor der Sonne schützt. Denn sie sollen nicht so schnell verblassen oder spröde werden.

Allein in Deutschland wird jedes Jahr irre viel Kunststoff hergestellt – rund 20 Millionen Tonnen. Aber schau dich einmal in deinem Zimmer um. Was ist alles aus Kunststoff? Du findest bestimmt eine ganze Menge. Wir leben eben in der Plastik-Zeit.

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