Paulas Nachrichten

Vom Felllappen zum Stöckelschuh – Die Geschichte der Schuhe

15.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wir haben Sportschuhe, Winterstiefel, Sommersandalen, Gummistiefel und dann auch noch bequeme Hausschuhe. Von so viel Schuhauswahl konnten unsere Vorfahren nur träumen!

Kalter, steiniger, nasser oder stacheliger Boden durfte die ersten Menschen nicht stören. Sie liefen wohl barfuß durch die Gegend. Die Menschen fingen wahrscheinlich vor mehreren Zehntausend Jahren an, Schuhe zu tragen. Zumindest vermuten Forscher das. Denn sie konnten unter anderem auf uralten Felszeichnungen sehen, wie die Menschen sich Lappen um die Füße gewickelt hatten. Anscheinend benutzten die Urzeitmenschen Blätter, Gräser oder Tierfell. Das sollte sie bestimmt vor Hitze, Kälte, Nässe oder auch spitzen Steinen schützen. Weil solche Materialien sehr schnell verrotten, konnten Forscher bisher kaum Überreste von Urzeitschuhen finden. Mit die ältesten Schuhe aus Europa sind mehr als 5000 Jahre alt und gehörten dem Steinzeitmann Ötzi. Der wurde als Gletschermumie hoch oben in den Alpen gefunden. Er trug Schuhe aus Bärenleder und Hirschleder, die in der Mitte gepolstert waren.

Die Ägypter trugen dagegen vor Tausenden Jahren eher leichte Schuhe: Sandalen. Sie sahen in etwa so aus: Eine Sohle aus geflochtenem Gras, Holz oder Leder wurde mit einem kleinen Riemen vorne an den Zehen am Fuß festgehalten. Auch die Römer vor etwa 1800 Jahren trugen Sandalen.

Im Laufe der Zeit sollten Schuhe nicht mehr nur ein nützlicher Fußschutz sein, sondern auch schick aussehen. So entwickelten sich die verrücktesten Modetrends.

Im Mittelalter, also vor etwa 500 Jahren, waren zum Beispiel Schnabelschuhe modern. Die verdanken ihren Namen der langen Spitze, die auffällig nach oben gebogen ist. Sie erinnert an einen Vogelschnabel, manche sagen auch Entenschnabel. Angeblich war der Schnabel manchmal so lang, dass sein Besitzer ihn nach oben band.

Vor etwa 400 Jahren schwankten adlige Damen auf Schuhen mit mehr als 70 Zentimeter hohen Sockeln aus Kork daher. Mit diesen Schuhen an den Füßen würde man heute mit dem Kopf an manche Zimmerdecke stoßen – ziemlich unpraktisch! Nur mit Hilfe von einer anderen Person oder mit Spazierstöcken konnten die Frauen auf diesen Schuhen laufen, ohne ständig umzufallen.

Dagegen sind die Stöckelschuhe, auf denen heute viele Frauen herumstolpern, wirklich harmlos!

Oben links: Ötzi-Schuh. Oben rechts: Holzsandale aus Kamerun. Unten: Palmblatt-Sandale aus Ägypten. Fotos: Landesmuseum Mainz/Ursula Rudischer

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