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Vielseitige Dickerchen - In Kürbissen kann man sogar paddeln

15.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alles Kürbis oder was? In Ludwigsburg in Baden-Württemberg gibt es eine riesengroße Kürbis-Ausstellung. Eine halbe Million Kürbisse der verschiedensten Sorten aus der ganzen Welt sind da bis zum 2. November zu sehen. Stefan Hinner hat die Schau organisiert. dpa-Nachrichten für Kinder hat mit dem Kürbis-Experten über die Frucht gesprochen.

nEine Ausstellung nur über Kürbisse? Ist das nicht langweilig?

„Ganz im Gegenteil, das ist total aufregend. Das ist nämlich eine äußerst vielseitige Pflanze. Auf der Welt werden ungefähr 800 Kürbissorten angebaut, und die meisten davon kann man essen. Zum Beispiel als Kürbissuppe, Kürbispfanne oder Kürbisstrudel. Es gibt Kürbismarmelade, Kürbisnudeln, Kürbiskernöl, Kürbiskern-Pesto. . .  Soll ich weitermachen?“

nNein, danke. Und sonst so?

„Die geschnitzten Kürbismasken für Halloween kennt jeder. In ausgehöhlten Riesenkürbissen kann man sogar wie in einem Boot übers Wasser paddeln. Die bunten Zierkürbisse eignen sich zur Verschönerung der Wohnung. Und aus Flaschenkürbissen kann man sich eine Rassel zum Musikmachen herstellen.“

nWie geht denn das?

„Flaschenkürbisse verholzen außen, und das Fruchtfleisch innen trocknet aus. Es bleiben nur noch die Kerne zurück, und dann hat man eine Rassel. Das dauert etwa ein halbes Jahr. Man darf den Kürbis aber nicht einfach hinlegen, denn dann bekommt er Druckstellen. Am besten wickelt man um den Hals des Kürbisses eine Mullbinde und hängt ihn zum Trocknen auf. In Afrika werden daraus auch Trinkgefäße hergestellt. Und in Südamerika befestigen Fischer diese Kürbisse als Bojen an ihren Netzen.“

nWie kann man seinen eigenen Kürbis züchten?

„Man holt sich ein bisschen Samen aus dem Baumarkt oder Gartengeschäft. Man kann natürlich auch einen Züchter fragen, ob er einem etwas Samen von einem Prachtexemplar abgibt. Mitte April steckt man die in kleine Töpfchen. Und nach drei bis vier Wochen – so um den 10. Mai – setzt man die Pflänzchen ins Freie. Dann muss man eigentlich nur noch gießen und vor allem am Anfang aufpassen, dass Schnecken nicht die Blätter abfressen.“

Andreas Klaut aus Marbach paddelt im Blühenden Barock auf dem See vor dem Schloss in Ludwigsburg bei den Deutschen Meisterschaften im Kürbis-Boot-Fahren mit einem ausgehöhlten Kürbis Foto: Bernd Weißbrod

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