Paulas Nachrichten

Viel Arbeit für den Uhrmacher

25.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viel Arbeit für den Uhrmacher

„Tick, tack, tick, tack“ – in Hans-Werner Balsters Geschäft tickt es immerzu. 60 bis 70 Uhren hängen, stehen und liegen hier. Hans-Werner Balster ist Uhrmacher – genau wie sein Vater. Er repariert alle Arten von Uhren, die man sich vorstellen kann: Wanduhren, Kuckucksuhren, Armbanduhren, Pendeluhren und Tischuhren. Meistens sind es mechanische Uhren, solche ohne Batterie oder Kabel.

Das laute Ticken stört Balster nicht. „Das beruhigt mich.“ Gerade arbeitet er an einer Pendeluhr, die einer alten Dame gehört. „Die Uhr war ziemlich schmutzig und klebrig“, sagt Balster. Jetzt ist sie wieder sauber.

Dreckige Finger bekommt der Uhrmacher oft. Er muss häufig schmutzige Uhren reinigen. „Manchmal sind die Uhrwerke auch rostig oder es sind Teile abgebrochen“, sagt Balster. Die muss er dann zum Beispiel nachbauen, weil manche Uhren sehr alt sind. Teilweise kommen die Leute mit Uhren, die 50 Jahre lang nicht repariert wurden. „Manche Uhren lagen auch einfach in irgendeiner Ecke herum“, erzählt Balster.

Besonders viel hat er immer zu tun, wenn die Uhren zweimal im Jahr überall bei uns umgestellt werden.

Das liegt daran, dass manche Leute ihre oft altmodische Uhr nicht abnehmen, um sie umzustellen. „Sie behalten die Uhr am Armgelenk und brechen das Rädchen an der Seite ab“, erklärt Balster. Es kommt also bald wieder viel Arbeit auf ihn zu. Denn am letzten Sonntag im Oktober, am 26. Oktober, um drei Uhr werden die Uhren auf zwei Uhr zurückgestellt.

Die teuerste Uhr, die Balster jemals repariert hat, war übrigens eine Taschenuhr: Etwa 50 000 bis 60 000 Euro war sie wert – so viel wie ein richtig schnelles Auto.

Solche Uhren trugen manche Männer früher in der Hosentasche mit sich herum. Wenn sie wissen wollten, wie spät es war, haben sie die Uhr herausgeholt und den Deckel aufspringen lassen, um das Ziffernblatt zu sehen.

Manchmal waren die Gehäuse aus Gold. Einige Leute tragen solche Uhren auch heute gern.

Armbanduhren waren anfangs hauptsächlich etwas für Frauen. Das ist heute anders. Hans-Werner Balster trägt aber trotzdem meistens keine Uhr am Handgelenk.

„Hier sind ja genug Uhren“, sagt er. Seine 13 Jahre alte Tochter allerdings hat sechs oder sieben verschiedene Modelle. Die Liebe zu Uhren hat sie von ihrem Papa geerbt.

Uhrmacher Hans-Werner Balster dreht an einem Seechronometer. Er repariert alle Arten von Uhren, die man sich vorstellen kann: Wanduhren, Kuckucksuhren, Armbanduhren, Pendeluhren und Tischuhren. Meistens sind es mechanische Uhren. Foto: Katharina Heimeier

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