Paulas Nachrichten

Unter dem Schwimmbecken

16.01.2016, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Hallenbad soll das Wasser immer schön sauber sein

Wer ein Hallenbad besucht, vertraut darauf, dass es im Becken schön sauber ist. Dafür wird das viele Wasser durch einen riesigen Kreislauf von Rohren, Filtern und Maschinen gepumpt. Wir haben die Technik in einem Schwimmbad genauer unter die Lupe genommen.

BERLIN. Kopf einziehen und auf jeden Schritt achten. In diesem Keller laufen überall dicke Rohre entlang. Auf dem Boden, an den Wänden und an den niedrigen Decken. Manche führen zu brummenden Maschinen, andere scheinbar ins Nirgendwo.

Einen so merkwürdigen Irrgarten bekommt nicht jeder zu sehen. Wir sind in einem Hallenbad! Im Stadtbad Schöneberg in der Stadt Berlin. Nur eben nicht in der Halle, sondern eine Etage tiefer im Keller. Hier ist die Technik untergebracht. Ohne die läuft oben im Schwimmbad nicht viel. Unter dem Schwimmbad wird unter anderem das Wasser aus den Becken gereinigt. Aber wie funktioniert das genau?

Platsch! Wenn du mit einem Satz in ein Schwimmbecken springst, kommt ordentlich Bewegung hinein. Dein Körper verdrängt eine bestimmte Menge an Wasser. In Wellen bewegt es sich zum Beckenrand – und schwappt über. Je mehr Badegäste im Becken sind, desto mehr Wasser tritt über den Rand. Das soll auch so sein. Denn mit dem abgelaufenen Wasser beginnt der Reinigungskreislauf des Wassers im Schwimmbad

Das übergelaufene Wasser macht keine Pfütze auf dem Boden wie zu Hause vor der Badewanne. Es verschwindet in einem unterirdischen Sammelbehälter – der Schwallwasser-Kammer. Dort wird zunächst alles herausgefischt, was in einem Schwimmbad manchmal so herumschwimmt. Zum Beispiel Haare, Pflaster und Haarbänder. Das ganze Zeug bleibt in einem netzartigen Filter aus Metall hängen. Von dort wird das Wasser in einen weiteren Filter gepumpt. Dieser ist zum Beispiel mit Sand und Kohle gefüllt.

Zuvor wird noch ein besonderes Mittel zugegeben. Es bindet Stoffe, die im Wasser gelöst sind. Zum Beispiel Stoffe, die im Urin enthalten sind. Aus allen winzig kleinen Schmutz-Teilen bilden sich mit dem besonderen Mittel Flocken, die im Filter stecken bleiben.

Doch das gereinigte Wasser ist noch nicht sauber genug. Es wird mit einem chemischen Stoff versetzt: etwa mit Chlor. Dieser Stoff macht Keime kaputt, die für uns schädlich sein könnten. Düsen auf dem Boden drücken einen Teil des gereinigten Wassers wieder ins Becken. Ein kleinerer Teil fließt ins Abwasser. Dafür kommt frisches Wasser ins Becken. So spült nicht immer wieder dasselbe Wasser durch die Reinigungs-Filter. Der Kreislauf im Hallenbad läuft rund um die Uhr. Wenn einmal etwas am Becken repariert werden muss, müssen die Maschinen im Keller nicht arbeiten. Ansonsten sind die Pumpen und Filter Tag und Nacht im Dienst. Schließlich müssen sie eine große Menge Wasser sauber halten.

Immer genügend frische Luft

Wenn du frisch aus der Dusche kommst, kennst du das sicher: Die Fenster beschlagen und überall dampft es. Der Dampf besteht aus winzigen Wassertröpfchen. In der Schwimmhalle gibt es auch jede Menge Tröpfchen in der Luft. Sie steigen von der Wasser-Oberfläche auf. Damit die Feuchtigkeit nicht unangenehm wird, braucht ein Hallenbad eine gute Lüftungs-Anlage. Sie saugt die Luft in der Halle ab, reinigt sie von Schadstoffen und pustet sie nach draußen. Gleichzeitig pumpt die Anlage frische Luft zurück in die Halle. Trotzdem riecht es in einem Schwimmbad häufig chemisch. Das liegt daran, dass dem Wasser Chlor beigemischt wird. Es soll Keime abtöten. Kommt das Chlor im Wasser etwa mit Schweiß oder Urin in Berührung, entsteht gebundenes Chlor. Man sagt auch Chlor-Amine.

Ein besonderes Chlor-Amin ist Trichlor-Amin. Es steigt aus dem Wasser in die Luft. Es ist der Grund, dass Schwimmbäder so komisch riechen. Zu viel davon kann Atem-Beschwerden verursachen und zum Beispiel die Augen reizen. Deswegen soll die Schwimmbad-Belüftung auch Trichlor-Amin nach draußen befördern.

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