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Twirling: Tanzen mit einem Baton

15.04.2017, Von Lilith Schardt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei der Sportart kommt es auf Körperspannung und Rhythmus-Gefühl an

Tanzen und Tricks vorführen: Wer diese Mischung mag, ist beim Twirling genau richtig. Diese Sportart erinnert an Cheerleading. Die Sportler benutzen aber ein wichtiges Hilfsmittel.

Die Sportler beim Twirling können den Stab zwischen ihren Fingern kreisen lassen. Grafik: K. Losacker

BERLIN (dpa). Wie ein kleiner Propeller, so schnell dreht sich der Metallstab zwischen Laras Fingern. „Zack“ – sie wirft ihn hoch. Dann dreht sie ihn schnell weiter, fast so, als hätte sie ihn gar nicht losgelassen.

Lara und ihre Freundin Nina sind Mitglieder in einer Twirling-Gruppe. Twirling ist ein englisches Wort und bedeutet „herumwirbeln“. „Twirling, das ist etwa so wie Cheerleading – nur dass man auch noch einen Metallstab in der Hand hat“, erklärt die Twirling-Expertin Nina Bigalke.

Dieser Metallstab wird auch Baton genannt. Bei den Tänzen wird er kunstvoll gedreht, geworfen und geschwungen – eben herumgewirbelt. Dadurch sollen die Bewegungen der Tanzgruppe noch eleganter aussehen.

„Es sieht echt cool aus und macht total Spaß. Allerdings nervt es auch manchmal, dass niemand den Sport kennt“, findet die 13-jährige Tänzerin Nina. Denn Twirling ist in Deutschland eher unbekannt. Bei der Sportart kommt es auf viele Dinge an, zum Beispiel Körperspannung und Rhythmus-Gefühl.

Twirling läuft übrigens nicht immer gleich ab. Manche Gruppen achten mehr auf das Tänzerische. Manche legen mehr Wert auf die Tricks und Kunststücke mit dem Stab. „Bei uns in Deutschland kann man das nicht so genau trennen“, erklärt die Expertin.

In Ninas und Laras Gruppe wird beispielsweise mehr getanzt als Akrobatik mit dem Stab geübt. Einige schwierige Drehungen und Würfe mit dem Baton beherrschen die beiden Mädchen trotzdem. Schließlich werden die Tricks immer wieder in die Tänze eingebaut.

Manchmal treten Nina und Lara auch bei Technik-Wettbewerben an. Dort führen sie ohne Tanzgruppe ihre Kunststücke mit dem Baton vor.

„Beide Seiten des Twirlings machen mir großen Spaß“, erklärt Lara. „Bei den Technik-Sachen kann ich mich mehr auf mich konzentrieren. Bei den Tänzen muss ich auf die Gruppe achten. Dafür bin ich dann weniger aufgeregt, weil ich nicht alleine bin.“

Ihre Aufregung dürfen sich die Tänzerinnen ohnehin nicht anmerken lassen. Alles soll mühelos und leicht aussehen, wenn man ihnen zuschaut. Deshalb lächeln die Sportler auch fast immer – wenn sie tanzen und wenn sie den Stab durch die Luft wirbeln

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