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Tierwäsche: „Putzen will gelernt sein“

15.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maul auf, Zunge raus und rein damit ins Fell: Das machen Hunde und Katzen ziemlich oft. Warum das Lecken mit der Zunge wichtig für die Tiere ist – das erklärt der Tierarzt Tobias Wollny dpa-Nachrichten für Kinder.

Hunde und Katzen lecken sich oft das Fell und die Pfoten. Warum tun sie das?

Das Fell ist der wichtigste Schutz vor Kälte und Wärme, den Hunde und Katzen haben. Das liegt an dem Luftpolster zwischen den Haaren. Damit der Schutz richtig funktioniert, muss das Fell immer von Schmutz und alten Haaren gereinigt werden. Da hilft das Lecken mit der Zunge. Dabei werden nämlich Drüsen angeregt, die dann Fett produzieren. Und der Fettfilm sorgt dafür, dass am Fell kaum Schmutz hängen bleiben kann. Hauskatzen nehmen sich für diese Wäsche richtig viel Zeit, fast fünf Stunden am Tag.

Ist an der Zunge oder Spucke von Hunden etwas Besonderes, womit sie sich gut putzen können?

Das ist richtig spannend! Hundespucke ist nämlich nicht immer gleich. Wenn Hunde ihr Fell pflegen, ist der Speichel anders zusammengesetzt als wenn sie sich zum Beispiel eine Wunde lecken oder Fressen verdauen. Das können die Hunde selbst steuern. Sie denken aber gar nicht darüber nach, das passiert automatisch.

Und wie ist das bei Katzen?

Katzen haben eine ganz raue Zunge. Die hat in der Mitte besonders viele Horn-Zapfen. Das sind Häkchen, die wie ein Kamm wirken. Damit können sie verfilzte oder lose Haare aus dem Fell lecken, aber auch zum Beispiel Flöhe.

Woher wissen die Tiere, wie sie sich putzen müssen?

Putzen will gelernt sein. Kleine Katzen und Hunde brauchen sechs bis acht Wochen Putzschule. Erst nach dieser Zeit haben sie von der Mutter gelernt, wie man jedes Stückchen Fell erreichen kann. Welpen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, haben Probleme mit dem Putzen. Sie wissen zum Beispiel nicht, wie sie sich die Pfoten belecken müssen, um dann damit den Kopf zu putzen.

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