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Tiefe Löcher für die Wärme aus der Erde

13.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Unsere Erde ist im Inneren megaheiß. Diese Hitze können wir Menschen nutzen: Mit heißem Wasser aus der Tiefe lassen sich Häuser heizen. Oder Geräte antreiben, die Strom erzeugen. „Geothermie“ nennt man diese Art, Energie zu gewinnen.

In Island gibt es viele heiße Quellen. Man nutzt die Wärme aus der Erde zum Heizen oder um Strom herzustellen. Foto: Archiv/dpa

Tiiiiefe Bohrlöcher – die führen in Groß Schönebeck in die Erde. Das ist ein Ort in der Nähe von Berlin. Die beiden Löcher sind über vier Kilometer tief. Zum Vergleich: Der Berliner Fernsehturm würde etwa elf Mal übereinander hineinpassen. Die Löcher haben einen Sinn. Sie gehören zu einer Versuchs-Anlage, mit der man ausprobiert, Strom herzustellen. „Geothermie“ heißt diese neue Art, Energie zu gewinnen. Und das geht so:

Aus dem einen Bohrloch bringen Pumpen Wasser nach oben, das 150 Grad heiß ist. An der Erdoberfläche würde das Wasser sofort verdampfen. Aber weil es in der Erde stark zusammengepresst wird, ist es flüssig. Oben angekommen, gibt das heiße Wasser in einem Gerät einen Großteil seiner Wärme ab. Und zwar an eine andere Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit verdampft und treibt damit ein spezielles Gerät an, einen Stromgenerator. Durch das zweite Bohrloch gelangt das abgekühlte Wasser danach wieder tief in die Erde.

„Je tiefer wir in die Erde bohren, desto wärmer wird es – etwa 3 Grad pro 100 Meter Tiefe“, erklärt Ernst Huenges. Er ist der Leiter der Bohranlage. Das Schwierigste bei den tiefen Bohrungen ist: Ein Gestein zu finden, in dem Wasser von einem Bohrloch zum anderen fließen kann. Denn die Pumpen, die das heiße Wasser nach oben und das abgekühlte Wasser nach unten bringen, sorgen für einen Kreislauf.

Damit im Gestein winzige Kanäle für das Wasser entstehen, tricksen die Fachleute: Sie pressen am Anfang Wasser mit großem Druck hinein. Manche Menschen haben Angst, dass dabei Erdbeben entstehen. Doch Ernst Huenges meint: „Selbst unsere empfindlichsten Geräte auf dem Bohrgelände haben bisher kein Erdbeben durch Geothermie aufzeichnen können.“

Geothermie nennt sich, was Herr Huenges und seine Kollegen an der Bohranlage machen. Geothermie zählt zu den erneuerbaren Energien. Da gehört auch die Windkraft und Sonnenenergie dazu. Experten erforschen solche Geothermie-Kraftwerke. Damit diese in Zukunft besser mithelfen könnten, andere Anlagen zur Strom-Herstellung zu ersetzen. Doch es gibt auch Kritiker. Sie machen sich zum Beispiel Gedanken, ob es der Erde auf Dauer schadet, ihre Wärme zu klauen.

Von heißen Quellen und Vulkanen

Wärme aus der Erde spielte schon vor Hunderten Jahren eine Rolle. Römer nutzten sie schon vor rund 2000 Jahren. Sie bauten Sitz-Heizungen und Bäder an Orten mit heißen Quellen.

Die Idee, mit der Erdwärme Strom zu erzeugen, ist schon mehr als 100 Jahre alt: Piero Ginori Conti nutzte damals heiße Dämpfe aus der Erde. Damit trieb er in einer Stadt in Italien zum ersten Mal einen Generator an. Mit einem Generator erzeugt man Strom. Es entstand dort sogar ein großes Kraftwerk, das Erdwärme nutzte.

Erdwärme einzusetzen, ist für die Menschen in Island ganz normal. Denn auf der Insel befinden sich viele Vulkane und heiße Quellen. Mit dieser Wärme heizen die Isländer. Und sie stellen daraus zum Teil Strom her. Island findest du auf der Weltkarte weit oben zwischen Norwegen und Grönland.

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