Paulas Nachrichten

Surfen mitten in der Stadt München

28.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Weit und breit kein Meer – und trotzdem gibt es in München viele Surfer. Sie reiten dort nämlich auf einer besonderen Welle: der Eisbach-Welle. Der Eisbach ist ein Fluss mitten in der Stadt. Einer dieser Eisbach-Surfer ist Quirin Stamminger.

Es ist Samstagmorgen, 9 Uhr, und eiskalt. Quirin Stamminger nimmt sein Surf-Brett in die Hand, stellt sich an den Rand des Eisbachs – und hopp, schon steht er auf seinem Brett mitten in dem Fluss in München. Dort ist nämlich eine sogenannte stehende Welle. Und auf der flutscht Quirin nun hin und her, springt hoch, dreht sich in der Luft und landet wieder auf der Welle. Quirin ist ein Eisbach-Surfer (gesprochen: eisbach-sörfa).

„Zweimal oder dreimal die Woche komme ich bestimmt hierher“, erzählt er. Quirin surft schon seit fast 20 Jahren. Er ist 33 Jahre alt. Gelernt hat er das Wellenreiten eigentlich auf dem Meer. Dann aber fing sein Bruder an, auf einer der Fluss-Wellen in der Stadt zu surfen. Quirin probierte es auch aus – und war sofort begeistert. „Das Fluss-Surfen hat mich schnell gefesselt“, sagt Quirin.

Nach einem Surf-Kunststück fällt Quirin ins Wasser und der Eisbach spült ihn weg. Er schwimmt zum Rand, steigt mit seinem Brett aus dem Fluss und läuft wieder zur Welle. Dort stellt er sich hinter den anderen Surfern an, und wartet, bis er wieder mit Surfen dran ist. „Im Sommer stehen hier auch mal 30 Surfer an“, erzählt er, „da wartet man schon mal eine halbe Stunde auf den nächsten Ritt.“

Doch die Warterei nervt Quirin ein bisschen. Darum surft er am liebsten, wenn nicht so viele Leute da sind. Also zum Beispiel im Winter. „Neulich hatte es minus 20 Grad, da sind wir auch gesurft“, sagt er.

Quirin ist begeistert von der Flusswelle: „Sie hört einfach nie auf, wie eine endlose Welle im Meer.“ Doch das Fluss-Surfen kann auch gefährlich sein: Das Wasser im Eisbach fließt unheimlich schnell. Und unten im Flussbett sind oft Steine oder andere spitze Dinge. Man kann sich also leicht verletzten. Für Anfänger ist die Welle deshalb verboten. „Das ist auch richtig“, sagt Quirin. „Die Welle sieht zwar harmlos aus. Aber wenn man das Fluss-Surfen nicht beherrscht, kann sie schnell gefährlich werden.“ Ein paar Mal hat auch er sich hier schon verletzt, allerdings nie schlimm.

Während Quirin und die anderen Surfer so hin und her reiten, bleiben viele Menschen stehen und gucken ihnen zu. Die Eisbach-Surfer sind berühmt. Und das nicht nur in München in Bayern: Über sie kann man sogar in Reiseführern lesen. Deshalb kommen hier auch oft Urlauber vorbei und schießen Fotos. Quirin lässt sich davon nicht stören: „Wenn ich auf dem Surf-Brett stehe, sehe ich nichts um mich herum.“

Der Neoprenanzug von Eisbachsurfer Quirin verdeckt seinen ganzen Körper, seine Zehen, Hände und den Kopf. Zieht er ihn an, guckt nur noch sein Gesicht hervor. Foto: Maria Rossbauer

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